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Bischof Laun: Unerschrockener Zeitgeist-Kritiker

Bischof Andreas Laun argumentiert erneut scharf und klar gegen Abtreibung, Gender-Ideologie und Homo-„Ehe“.
Der emeritierte Weihbischof Andreas Laun setzt auf die Kraft des persönlichen Zeugnisses.
Foto: sb/DT | Der emeritierte Weihbischof Andreas Laun setzt auf die Kraft des persönlichen Zeugnisses.

Als streitbarer Bischof ohne Menschenfurcht, als konsequenter Verfechter des Lebensrechts der ungeborenen Kinder und als unermüdlicher Verteidiger von Ehe und Familie hat sich der Moraltheologe und emeritierte Salzburger Weihbischof Andreas Laun einen Namen gemacht. Weit über die Grenzen seiner Heimat Österreich hinaus sind die von ihm verfassten Religionsbücher und so manche Predigt gegen Abtreibung, Homo-„Ehe“ und Gender-Ideologie berühmt geworden. Mit dem vorliegenden Sammelband hat der Media Maria Verlag nochmals einen Querschnitt durch die zeitgeistkritische Verkündigung Launs vorgelegt.

Andreas Laun nimmt kein Blatt vor den Mund

Wie in seinen mittlerweile 25 Bischofsjahren nimmt Andreas Laun auch in diesen kurzen, prägnanten und vielfach aktualitätsbezogenen Aufsätzen kein Blatt vor den Mund: In einer schnörkellosen, allgemein verstehbaren Sprache versucht der Autor mit Argumenten zu überzeugen, nicht mit Rhetorik oder Wissenschaftlichkeit zu beeindrucken. Ob es um die Gender-Ideologie, die „Pille danach“, (immer wieder) die Abtreibung, um den Islam oder um die Erneuerung des Ordenslebens geht: Laun bezieht klar Position, nicht mit der Absicht zu provozieren, aber die Provokation furchtlos in Kauf nehmend.

So bezeichnet er Gender-Mainstreaming als „neue Bedrohung“ und „höchst gefährliche Lüge“, Abtreibung als „Mord“ und „ein Werk des Teufels“, die sogenannte „Ehe für alle“ als „absurde Idee“. Der „lächerlichen Behauptung eines sich selbst sexuell bestimmenden Einheitsmenschen“ hält er unerschrocken die Natur des Menschen entgegen. Der Bischof scheut sich nicht, von Bischöfen und Laien mehr Mut und Klarheit einzufordern: „Zeugen sind gefragt, wir brauchen sie.“ Mehreren Bischofskonferenzen (die deutsche wie die österreichische dürfen sich angesprochen fühlen) wirft er vor, mit ihren Erklärungen zur Enzyklika „Humanae vitae“ die Autorität des Papstes untergraben, zum Ungehorsam eingeladen und „jeder Abweichung von der Lehre der Kirche einen Freibrief ausgestellt“ zu haben.

Laun warnt vor "spirituellen Vergiftungen"

Laun, der 1962 als Zwanzigjähriger den Oblaten des Heiligen Franz von Sales beitrat, warnt die Ordensgemeinschaften vor den „spirituellen Vergiftungen“ der 68er Jahre und einem Missverstehen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Sehr ausführlich widmet er sich dem Religionsunterricht, zu dessen Niveauanhebung und Vertiefung er selbst eine profunde Religionsbuchreihe beigesteuert hat, die aber insbesondere in Österreich geflissentlich ignoriert wird. Im vorliegenden Band beschäftigt ihn die Frage, ob der konfessionelle Religionsunterricht durch einen interreligiösen Religionenunterricht ersetzt werden sollte.

Zur gewalttätigen Seite des Islam und den scharfen Kontrasten zwischen christlichem und muslimischem Gottesbild hat Bischof Andreas Laun immer wieder Stellung genommen. Im vorliegenden Band weist er aber auch auf mögliche Allianzen in gesellschaftspolitischen Fragen hin: „Im Kampf gegen die Todesmaschinerie derer, die Geburtenkontrolle international betreiben, Abtreibung und Homosexualität als Menschenrecht propagieren und sich der Gender-Ideologie verschreiben, sind die Muslime unsere natürlichen Verbündeten und haben sich als solche auch auf internationalen Konferenzen bereits bewährt.“

Er sorgte immer wieder für innerkirchlichen und medialen Wirbel

Als Moraltheologe und seit einem Vierteljahrhundert auch als Bischof hat Andreas Laun immer wieder für innerkirchlichen und medialen Wirbel gesorgt, mitunter zum ausdrücklichen Missfallen vieler seiner Mitbrüder im Bischofsamt. Der vorliegende Band ist geeignet, diese Tradition fortzusetzen. Nicht vergessen wurden in dem schmalen, lesenswerten Buch aber auch die leiseren Themen, die Bischof Laun über Jahrzehnte begleiteten: sein Eintreten für eine Wiederentdeckung des Naturrechts, seine Sorge um junge Menschen auf dem Weg zu Verlobung und Ehe, oder seine Zuneigung zu den Tieren.

Andreas Laun, „Gegen den Zeitgeist“,
Media Maria Verlag, Illertissen 2019, ISBN 978-3-9479311-0-1, 142 Seiten, Euro 14,95

Video von Andreas Laun auf der DEMO FÜR ALLE

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