Weltkirche

Bischof Kräutler verteidigt Pachamama-Darstellung

Die umstrittenen Pachamama-Darstellungen seien „Ausdrucksform der Indigenen“, die „in unsere Liturgie integriert“ werden könne, so der Amazonas-Bischof Erwin Kräutler. Er plädiert auch für die Weihe verheirateter Männer und Frauen.
Kräutler verteidigt umstrittene Holzfiguren
Foto: dpa | Für Bischof Kräutler sind die Leute, die die Pachamama nach Rom gebracht haben, „katholische Christen, die weit davon entfernt sind, sie als Gottheit zu verehren“.

Amazonas-Bischof Erwin Kräutler hat die umstrittenen Pachamama-Darstellungen als „Ausdrucksform der Indigenen“ verteidigt, die „in unsere Liturgie integriert“ werden könne. Bei einem Vortrag in Bregenz sagte Kräutler am Mittwochabend: „Es gibt Leute, die meinen, die Pachamama sei eine Göttin.“ Dass Aktivisten die Darstellungen aus der römischen Kirche Santa Maria in Traspontina entfernten und in den Tiber warfen, wertet der aus Vorarlberg stammende Kräutler, der von 1981 bis 2016 Bischof der Prälatur Xingu im Amazonas-Gebiet war, als „brutalen Angriff auf die indigenen Völker“.

Auf Nachfragen sagte Bischof Kräutler, die Leute, die die Pachamama nach Rom gebracht haben, seien „katholische Christen, die weit davon entfernt sind, sie als Gottheit zu verehren“. Es handle sich um ein Symbol der Fruchtbarkeit. Kräutler wörtlich: „Und wenn es für viele eine Gottheit ist, dann ist es ein Angriff auf die Seele eines Volkes, sie in den Tiber zu schmeißen.“

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Frauen-Weihe als Frage der Geschlechtergerechtigkeit

Bischof Kräutler, der bei der Amazonas-Synode eine nicht unwesentliche Rolle spielte, sprach sich in Bregenz neuerlich für die Weihe von „personae probatae“ aus, also nicht nur für die Priesterweihe bewährter verheirateter Männer (viri probati), sondern auch für die Weihe von Frauen. Das sei für ihn „eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit“, so Kräutler. Im Interviewgespräch mit der „Tagespost“ bestätigte der Amazonas-Bischof, dass die Weihe von Frauen ein Stolperstein im ökumenischen Dialog mit der Orthodoxie wäre: „Das ist eines der größten Probleme.“

Ihm gehe es nicht um eine Abschaffung des Zölibats, betonte Kräutler in Bregenz, sondern darum dass „Tausende keinen Zugang zur Eucharistie“ haben. Viele der Männer und Frauen, die in den Weiten Amazoniens am Sonntag den Wortgottesdient halten, könnten nach seiner Auffassung die Weihe empfangen. Auf die Situation in Mitteleuropa bezogen meinte er: „Es gibt gut vorbereitete Pastoralassistenten und –assistentinnen, die die Chance bekommen sollten.“

"Es geht nicht darum, Indios zu taufen
und zu denken, sie hörten damit
auf Indios zu sein und seien Christen"
Amazonas-Bischof Erwin Kräutler

Im Gespräch mit der „Tagespost“ dementierte Bischof Kräutler, je gesagt zu haben, dass er nie einen Indio getauft habe und dies auch nicht tun wolle. Das sei „kompletter Unsinn“ und ein Gerücht, das gezielt gestreut werde. Kräutler wörtlich: „Ich habe vor Jahren gesagt, wir müssen schauen, dass es eine katholische Kirche mit indigenem Antlitz gibt. Es geht nicht darum, Indios zu taufen und zu denken, sie hörten damit auf Indios zu sein und seien Christen.“ Er selbst habe tausende Indigene getauft.

DT/sba

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