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Gänswein: Neue Atmosphäre in Rom unter Papst Leo XIV.

Im Interview mit EWTN spricht der Erzbischof über seine Begegnungen mit dem neuen Pontifex und die Versöhnung mit Franziskus sowie seine diplomatische Aufgabe im Baltikum.
Erzbischof Gänswein, frühere Privatsekretär Benedikts XVI.
Foto: Imago/Italy Photo Press | Georg Gänswein: Der frühere Privatsekretär Benedikts XVI. wirkt heute als Vatikanbotschafter im Baltikum.

Erzbischof Georg Gänswein hat eine erste Bilanz seiner Tätigkeit als Apostolischer Nuntius für die baltischen Staaten gezogen und dabei auch die Veränderungen im Vatikan seit dem Amtsantritt von Papst Leo XIV. kommentiert.

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Im Gespräch mit dem katholischen Sender EWTN erklärte Gänswein am Freitag , dass bereits beim internationalen Nuntientreffen in Rom sei eine neue Stimmung spürbar gewesen sei: „Es ist eine Art von befriedeter Atmosphäre und auch eine Atmosphäre, die aufschließt.“ Auch andere Teilnehmer hätten diesen Eindruck unabhängig voneinander bestätigt. Der neue Papst, so Gänswein weiter, hinterlasse durch sein Auftreten einen positiven Eindruck: „Der erste Eindruck war überraschend und sehr positiv. Nicht nur, weil er die Stola und auch die Mozetta wieder trug, sondern einfach die Art und Weise, wie er sich präsentiert hat.“

Eine vollendete Versöhnung

Ein weiteres Thema des Gesprächs war Gänsweins Verhältnis zu Papst Franziskus. Er widersprach dem in den Medien kolportierten Bild eines Zerwürfnisses: „Es gab bestimmte Schwierigkeiten, bestimmte Spannungen, die aber bereits schon im Januar 2024 gelöst worden sind.“ Die Ernennung zum Nuntius im Juni 2024 sowie eine erste Audienz im darauffolgenden November hätten die Versöhnung vertieft. „Ich konnte am Grab von Papst Franziskus auch mein Gebet für ihn verrichten. Und das hat die Versöhnung dann auch vollendet“, so der Erzbischof.

Seine diplomatische Rolle beschrieb der 68-Jährige als zweigleisig: Einerseits vertrete er den Heiligen Stuhl gegenüber der Regierung, andererseits den Papst gegenüber den Ortskirchen. Dabei komme es bei einem guten Diplomaten des Vatikan nicht nur auf Zurückhaltung, Beobachtung und Gesprächsbereitschaft an, sondern auch dass dieser „nicht sehr viel spricht öffentlich.“ Die katholische Kirche habe in den baltischen Ländern auch dort eine große Ausstrahlung, wo sie zahlenmäßig eine Minderheit sei.

„Es nervt mich in keiner Weise.“

Angesprochen auf den Ukrainekrieg betonte Gänswein die atmosphärische Nähe zum Geschehen: „Es ist eine atmosphärische Präsenz des Krieges da.“ Die Kirche könne hierbei durch ihre Präsenz Hoffnung geben, nicht nur den Katholiken, sondern auch anderen. Zur Ökumene erklärte er: „Eine gesunde Ökumene ist möglich mit den Gemeinschaften aus der Reformation; mit den orthodoxen Kirchen ist es sehr, sehr schwierig im Augenblick.“

Trotz seiner neuen diplomatischen Aufgabe bleibt für Gänswein das Erbe Papst Benedikts zentral: „Dieses große Geschenk, das dürfen wir nicht verlottern lassen.“ Dass er zeitlebens mit Benedikt in Verbindung gebracht werde, empfinde er nicht als Last: „Es nervt mich in keiner Weise.“ DT/jna

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