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Franziskus: Gewalt bringt niemals den Frieden

Der Papst spricht der leidenden Bevölkerung im Nahen Osten in einem Offenen Brief Trost und Mut zu. Der Krieg sei eine Niederlage, Waffen würden die Zukunft zerstören.
Papst Franziskus bei Generalaudienz
Foto: IMAGO/Angelo Carconi (www.imago-images.de) | Die Menschen bekommen nicht das, bemängelt Papst Franziskus die Situation im Nahen Osten, was sie am meisten brauchen und wollen: den Frieden.

Zum Jahrestag des Angriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober hat Papst Franziskus den Christen im Nahen Osten einen Offenen Brief geschrieben. Er erklärte seine aufrichtige Anteilnahme und sprach der in Mitleidenschaft gezogenen Zivilbevölkerung Trost und Mut zu. „Ich bin bei euch, den geschundenen und erschöpften Bewohnern von Gaza, die jeden Tag in meinen Gedanken und in meinen Gebeten sind“, versicherte Franziskus und ergänzte: „Ich bin bei euch, ihr Mütter, die ihr Tränen vergießt, wenn ihr eure toten oder verletzten Kinder seht, wie Maria, mit euch, ihr Kleinen, die ihr die großen Länder des Nahen Ostens bewohnt, wo die Ränke der Mächtigen ihnen das Recht zu spielen wegnehmen“.

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Der Krieg sei eine Niederlage, Waffen würden die Zukunft zerstören. „Das Blut fließt, die Tränen fließen, die Wut wächst, und mit ihr scheint, dass sich nur wenige um das kümmern, was die Menschen am meisten brauchen und wollen: den Dialog, Frieden“, beklagte er den nun schon seit einem Jahr andauernden Kriegszustand. Weiter rief das Kirchenoberhaupt zum Fasten und Beten für den Frieden ein. „Gebet und Fasten sind die Waffen der Liebe, die die Geschichte verändern, die Waffen, die unseren einzigen wahren Feind besiegen: der Geist des Bösen, der den Krieg schürt“. Gleichzeitig dankte der Papst den Christen in Nahost für ihr Durchhaltevermögen. „Danke für das, was ihr seid, danke, dass ihr bleiben wollt in euren Ländern, ich danke euch, weil ihr trotz allem zu beten und zu lieben versteht.“ Angelehnt an das Evangelium rief er sie auf, „Liebe zu bezeugen, während von Hass gesprochen wird“.

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