Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Franziskus und Russland

Franziskus bedauert Äußerungen zu Russland

Auf dem Rückflug von der Mongolei hat der Papst seine jüngsten Äußerungen über Russland relativiert.
Papst Franziskus gibt Journalisten ein Interview auf Rückflug von Ulaanbaatar
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Auf dem Rückflug von Ulaanbaatar gibt Papst Franziskus Journalisten ein Interview - und bezieht Stellung zu seinen kontroversen Äußerungen über Russland.

Papst Franziskus hat im Gespräch mit Journalisten seine Aussagen gegenüber russischen Jugendlichen als „nicht glücklich“ bezeichnet. Der Papst hatte russische Jugendliche in einem Videogespräch ermahnt, ihre Herkunft nicht zu vergessen. Der Heilige Vater hatte die Jugendlichen „Erben des großen Russlands“ genannt.

Lesen Sie auch:

Gegenüber den Journalisten sagte Papst Franziskus, dass es ihm um den Dialog zwischen den Generationen von Großelternund Enkeln gegangen sei. Er habe die Jugendlichen an ihr eigenes Erbe erinnern wollen. Aus seinem Schulunterricht habe er sich dabei an die Namen von Peter dem Großen und Katharina II. erinnert, was er jetzt bedauere. Deren Herrschaft hatte Franziskus als großes, aufgeklärtes Imperium von großer Kultur und Menschlichkeit bezeichnet. An Imperialismus habe, so Franziskus am Montagabend, er dabei nicht gedacht. Seine Worte vom „großen Russland“ seien kulturell, nicht territorial gemeint gewesen.

Kritik aus der Ukraine

Die Äußerungen des Papstes hatten zahlreiche Stimmen aus der Ukraine und den umliegenden Nationen kritisiert. Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk bekannte in einer Erklärung letzte Woche „großen Schmerz und Sorge“ über die Worte des Heiligen Vaters. Laut Schewtschuk seien gerade Peter I. und Katharina II. „das schlimmste Beispiel extremen russischen Imperialismus und Nationalismus.“ Schwetschuk gab an, zu befürchten, dass die Worte des Papstes von einigen als Ermutigung des Nationalismus und Imperialismus verstanden würden, die die wahren Ursachen des Krieges in der Ukraine seien.“ KAP/DT/sdu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Katharina II. Papst Franziskus Peter der Große

Weitere Artikel

Ukrainischer Großerzbischof Schewtschuk kritisiert und verteidigt Franziskus. Vatikansprecher Matteo Bruni beschwichtigt.
29.08.2023, 06 Uhr
Meldung
Erzbischof Stanisaw Gadecki, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, erläutert im Interview, welche Sorgen ihm die Weltsynode bereitet, was er unter "brüderlicher Korrektur" versteht ...
23.09.2023, 07 Uhr
Regina Einig Stefan Meetschen

Kirche

Johannes Paul II. schätzte die Frauen und schuf ihnen mit Ordinatio sacerdotalis vor 30 Jahren im Geist der Tradition einen Freiraum. Zugleich stärkte er das Profil der Kirche.
22.05.2024, 11 Uhr
Regina Einig
Gebetszeiten, Lobpreis, Vorträge: Auf dem Pfingstfestival der Gemeinschaft Loretto wollen die Teilnehmer den Heiligen Geist neu erfahren.
21.05.2024, 14 Uhr
Luisa-Maria Papadopoulos
Papst Paul IV. wollte Reformen. Umgeben von einer kleinen Kamarilla führte er aber im Kirchenstaat ein autistisches Regime ein, bis ihn die Römer schließlich hassten.
21.05.2024, 19 Uhr
Dirk Weisbrod