Kommentar um "5 vor 12"

Mitdenker in der Minderheit

Intransparenz, Redekürzungen und Belehrungen von Oben bestimmen die dritte Synodalversammlung. So arbeiten autokratische Regime, nicht aber eine Institution, die um Glaubwürdigkeit kämpft.
3. Synodalversammlung des Synodalen Weges
Foto: Maximilian von Lachner/Synodaler Weg | Das Präsidium um den DBK-Vorsitzenden Bätzing erklärt dem Plenum, welches Abstimmungsverhalten gewünscht ist, doch es bleibt offen, ob die in der Gremienarbeit zum Teil unerfahrenen Synodalen angesichts der ...

Die Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt schwelgt in Nebelbegriffen. Ausgerechnet eine Veranstaltung, die durch ihre Voten das verloren gegangene Vertrauen in die Kirche zurückgewinnen soll, bleibt in wesentlichen Punkten intransparent.

Abstimmungen im Schweinsgalopp

Im Schweinsgalopp werden Voten durchgewinkt. Das Präsidium waltet mit geradezu atemberaubender Autorität. Kein Pfarrer in Deutschland könnte seinen Pfarrgemeinderat derart „top-down“ behandeln, ohne sich massive Probleme einzuhandeln. Nach Gusto werden Pausen verlängert und anschließend aus heiterem Himmel Redezeiten gekürzt. Eine ganze Minute Redezeit wurde dem Einzelnen in der Debatte um einen Schlüsseltext über die umstrittene Formulierung vom „Lehramt“ der von Missbrauch Betroffenen zugestanden. Auf den Monitoren reihen sich die durchnummerierten Äs (für Änderungsanträge). Mehr erfährt man nicht.

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Die Konfusion ist gewollt. Das Präsidium erklärt dem Plenum, welches Abstimmungsverhalten gewünscht ist, doch es bleibt offen, ob die in der Gremienarbeit zum Teil unerfahrenen Synodalen angesichts der Textfluten überhaupt durchblicken, worüber sie im Kielwasser der Einzelabstimmungen automatisch mitentscheiden. So arbeiten autokratische Regime, aber keine Institution, die um Glaubwürdigkeit kämpft.

Intellektuell unredlicher Leitungsstil

Von oben herab belehrte Claudia Lücking-Michael (ZdK) am ersten Tag die Synodalen, man solle sich nicht an Einzelformulierungen aufhängen, denn es gehe schließlich nicht um ein Promotionsprojekt, sondern um ein Gemeinschaftswerk. Zu Recht haben sich schon am ersten Tag einzelnen Synodale gegen den intellektuell unredlichen Leitungsstil des Präsidiums gewandt.

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist die fatale Dynamik unscharfer Begrifflichkeiten bekannt, die nach Beschlussfassung für beliebige Interpretationen instrumentalisiert werden und für gezielte Verwirrung sorgen. Doch die Mitdenker sind in Frankfurt in der Minderheit. Die Mehrheit der Synodalen fügt sich unverständlicherweise der Präsidialherrschaft.

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Regina Einig Zentralkomitee der deutschen Katholiken

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