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Ein klares Stoppschild aus Rom

Der Vatikan hat die Kritik der Kardinäle Ladaria und Ouellet am Synodalen Weg veröffentlicht. Diese Transparenz schafft Orientierung, wo bisher nur ungläubiges Staunen über die Bischöfe war.
Treffen mit den Leitern der Dikasterien
Foto: IMAGO/VATICAN MEDIA / ipa-agency.net (www.imago-images.de) | Beim Treffen der deutschen Bischöfe mit den Leitern der Dikasterien sprachen die Kardinäle Ladaria und Ouellet Klartext zum Synodalen Weg.

Die jetzt veröffentlichten Beiträge der Kardinäle Luis Ladaria und Marc Ouellet lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Was die Präfekten für die Glaubenslehre und die Bischöfe beim interdikasteriellen Treffen am vergangenen Freitag in Rom gesagt haben, ist mehr als eine brüderliche Zurechtweisung. Es ist der klar formulierte Auftrag, die bisher fertigen Papiere und die noch zur Endabstimmung anstehenden Texte des Synodalen Wegs wieder auf die Linie einer lehramtstreuen Theologie und des Zweiten Vatikanums zurückzubringen.

Das Evangelium, der Geist der Apostelgeschichte und die Gestalt Jesu Christi sind die Leitidee, die Papst Franziskus schon 2019 in seinem Brief zum Synodalen Weg als unverzichtbar für jede wahre Reform hervorgehoben hat und die jetzt, wie Kardinal Ouellet vor den deutschen Bischöfe sagte, „aufgegriffen und auf die Überprüfung der Ergebnisse des Synodalen Weges angewendet werden müsste“. Auch die fünf Bedenken des sehr vornehm argumentierenden Glaubenspräfekten Ladaria lassen es nicht mehr zu, dass die Mehrheitsfraktion der deutschen Bischöfe auf dem Synodalen Weg so weitergeht, als sei beim „Ad limina“-Besuch nichts geschehen.

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Rom und die neue Transparenz

Indem der Vatikan die Referate der beiden Kardinäle in der italienischen Mutterausgabe des „Osservatore Romano“ veröffentlicht hat und sie auch in weiteren Sprachausgaben der Vatikanzeitung erscheinen werden, haben sie eine Reichweite erhalten, die die ganze Weltkirche mit einbezieht. Die deutschen Bischöfe können ihre Auffassungen nicht mehr in vertraulichen Gesprächen in der Römischen Kurie platzieren, sondern das Tauziehen um den Synodalen Weg spielt sich jetzt vor den Hierarchien der ganzen Welt ab.

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Dass Papst und Vatikan diesen Schritt in die Öffentlichkeit gegangen sind, ist nicht nur Zeichen einer neuen Transparenz, die man sich schon lange gewünscht hat. Es ist auch eine Aufforderung an den deutschen Episkopat, jetzt endlich zu zeigen, ob ihm an der Einheit mit dem Papst und der Weltkirche wirklich gelegen ist. Bisher hatte mancher deutscher Oberhirte das Gefühl, sich nur gegenüber seinem Ordinariat, seinen Gremien und dem in sich geschlossenen Laienkatholizismus verantworten zu müssen. Jetzt sind es die Bischöfe in aller Welt, die auf ihre Amtsbrüder in Deutschland schauen und von ihnen den einst versprochenen Gehorsam erwarten.

Eine Kurskorrektur steht an

Die Texte von Ladaria und Ouellet sind allein deswegen schon erfreulich, weil sie klar, verständlich und widerspruchsfrei sind – anders als die verquasten und theologisch abstrakten Papiere des Synodalen Wegs. Sie geben auch dem treuen und geduldigen Gottesvolk in Deutschland die Sicherheit, dass das, was ihnen früher heilig und Richtschnur für ihr Lebens aus dem Glauben war, weiterhin gültig ist. Eine Kurskorrektur der Mehrheitsfraktion in der Bischofskonferenz steht an. Sollte sie nicht erfolgen, sollte sich jeder Bischöfe, dem der Papst, die Einheit mit der Weltkirche und der Glaube der einfachen Leute noch wichtig ist, genau überlegen, ob das nicht der Punkt ist, an dem man sich vom Synodalen Weg verabschieden muss.

Lesen Sie einen umfassenden Hintergrund zu den Ansprachen der Kardinäle Ladaria und Ouellet in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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