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Tück: Geistliche Ressourcen neu in den Blick nehmen

In der „Tagespost“ zeigt sich der Wiener Dogmatiker überzeugt, dass die Reform der Kirche „ohne die Wiederentdeckung des Heiligen, das zur Umkehr und Erneuerung einlädt“, nicht gelingt.
Lehrt in Wien Dogmatik: Jan-Heiner Tück.
Foto: KNA | Lehrt in Wien Dogmatik: Jan-Heiner Tück.

Der Wiener Dogmatiker Jan-Heiner Tück widerspricht der weit verbreiteten Rede, Gott sei unbegreiflich, darum könne man nichts über ihn sagen. In der Oster-Beilage der „Tagespost“ stellt der bekannte Theologe klar: „Gläubige gehen davon aus, dass sich der unbekannte Gott zu erkennen gegeben hat, so dass wir nicht mehr über ihn schweigen können. Die Rede vom göttlichen Geheimnis erhält ihre inhaltliche Kontur von Jesus Christus her.“ Tück weiter: „Wenn die Rede von Gott semantisch unscharf wird, weil die Erinnerung an Jesus auf den Menschen halbiert wird, ohne dass zugleich von Christus, dem Sohn Gottes, gesprochen wird, dann droht auch die Kirche zu einer rein menschlichen Einrichtung zu werden, die man nach menschlichen Maßstäben umgestalten kann.“

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Rückgriff auf Goethe

Tatsächlich jedoch sei die Kirche eine „komplexe Wirklichkeit“, in der Göttliches und Menschliches, Unsichtbares und Sichtbares eine Verbindung eingehen. In allen Debatten um die Reform der Kirche müsse daher „die Frage ins Zentrum rücken, wie man die Ressourcen des Heiligen, aus denen Generationen vor uns gelebt haben, neu freilegen kann“. 

Unter Rückgriff auf den – übrigens protestantischen – Dichter und Universalgelehrten Johann Wolfgang von Goethe schreibt Tück in der „Tagespost“, die Kirche dürfe sich nicht allein auf Strukturfragen fokussieren, sondern müsse ihre geistlichen Ressourcen neu in den Blick nehmen. „Ohne Wiederentdeckung des Heiligen, das zur Umkehr und Erneuerung einlädt, kann die gewünschte Reform der katholischen Kirche nicht gelingen.“ DT/sba

Lesen Sie den vollständigen Essay des Wiener Dogmatikers Jan-Heiner Tück in der Osterausgabe Ihrer „Tagespost“.

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