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Sehnsucht nach Glaubensgemeinschaft!

Die Bitte an Gott war dringend: Eine Gemeinschaft junger Menschen, die gemeinsam ihren Glauben lebt. Der Wunsch wurde erfüllt.
Studentengemeinde
Foto: ChatGPT | „Wer glaubt, ist nie alleine", sagte Papst Benedikt XVI. Das erfuhr auch ein junger Student an der Universität in Innsbruck.

Vor nicht allzu langer Zeit richtete ich an den Herrn im Himmel folgenden Wunsch: „Lieber Gott, lass mich doch in einer Gemeinschaft von jungen Leuten Glauben feiern!“ Was eher wie eine Aufforderung klingt, nahm sich der Herrgott schnell zu Herzen und schickte mich in die Universitätspfarre Innsbruck. Diese wurde mir zügig zu einer Oase des studentischen Glaubenslebens.

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Meine Reise in der Unipfarre begann vor ziemlich genau einem Jahr. Ich besuchte den Semestereröffnungsgottesdienst und bekam beim Verlassen der Jesuitenkirche einen Flyer in die Hand gedrückt. Nach kurzem Durchsehen wurde ich auf eine Semestereröffnungsparty aufmerksam. Als das Zögern überwunden war, wagte ich den Versuch und folgte der Einladung, welche mein Leben nachhaltig verändern sollte. Ich lernte nach und nach die Unipfarre mit ihren zahlreichen Angeboten kennen. Sie bietet gesellschaftliche und geistliche Kost und das mitten im Studentenalltag.

Gott mit anderen Studenten preisen

So gibt es zahlreiche Veranstaltungen, wie Tanzabende, Speed-Friendings und ausgelassene Partys. Für die intellektuelle Stimulation sorgen Vorträge von Studierenden oder Professoren. Persönlich liegt mir die Sonntagsmesse am Herzen. Unter musikalischer Begleitung finden sich zahlreiche Studenten ein, die Gott in der heiligen Messe preisen. Danach tauscht man sich über die zurückliegende Woche bei der Agape aus.

Nach einem Semester als passives Mitglied spürte ich die Sehnsucht, mich selbst in die Gestaltung des Programms einzubringen. Auf einer Zugfahrt nach Wien spielte ich mit dem Gedanken, einen Messdienst zu übernehmen und richtete diese Bitte direkt an Gott. Wie mein Vater immer zu sagen pflegt: „Bei solchen Wünschen ist der liebe Gott besonders schnell!“ Kaum ein paar Stunden später schrieb mir unsere geistliche Schwester, ob ich nicht eine Lesung am nächsten Tag übernehmen wolle. Es sei jemand ausgefallen.

Die Romreise schweißte zusammen

Nach einer kurzen Nacht, die ich auf der Geburtstagsparty meines besten Freundes verbrachte, sprang ich in den Zug und schaffte die Sonntagsmesse samt Lesung. Ich durfte auch hier wieder einmal spüren, dass Gott Gebetsanliegen erhört und Kraft für neue Aufgaben schenkt. Ein paar Wochen später ging es mit der Unipfarre schon nach Rom. Wir wollten der Kanonisation von Pier Giorgio Frassati und Carlo Acutis beiwohnen. Einen Tag vor der Abreise verstarb jedoch Papst Franziskus und ich wusste, dass diese Reise nun ganz besonders werden würde. Ich behielt Recht. Diese Reise schweißte uns als Gruppe zusammen und stellt eine prägende Erinnerung für mich dar.

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Nach einem Jahr kann ich mich mit großer Freude als Teil der Unipfarre empfinden und durfte auch eine meiner besten Freundinnen und einen meiner besten Freunde in dieser Gemeinschaft kennenlernen. Für das kommende Semester sind wir wieder sehr eingespannt. Die Verbindung von persönlichem Engagement und gelebtem Glauben in junger Gemeinschaft gibt mir auch weiterhin eine besondere Kraft für den akademischen Alltag. Gott hat also meinen Wunsch nicht nur erfüllt, sondern meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich bin schon gespannt, welche Überraschungen er für die Unipfarre und uns Studenten im neuen Semester bereithält.

Zu guter Letzt möchte ich jedem Studenten ans Herz legen, sich nach einer jungen Glaubensgemeinschaft in seiner Stadt umzusehen. Gerade Universitätspfarreien eignen sich zur Verbindung gläubiger Studenten und stellen eine geistliche Bereicherung für das studentische Leben dar. So mach dich auf die Suche nach Gott und gelebtem Glauben in deiner Studentenstadt!

Der Autor kommt aus Österreich und studiert Wirtschaftsrecht und Geschichte an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck.

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