Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Angebliche Äußerungen über Papst

Woelki dementiert dpa-Meldung

Der Kölner Kardinal habe Franziskus als „alt“ und „realitätsfern“ beschrieben, meldet die dpa. Seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, meint Woelki.
Kardinal Woelki: Seine Äußerung sei eigentlich liebevoll gemeint gewesen
Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) | Seine Äußerung sei eigentlich liebevoll gemeint gewesen, so Kardinal Woelki. Er habe sich nicht hinter dem Papst verstecken wollen.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa dementiert. „Der Sachverhalt ist nicht richtig wiedergegeben worden“ erklärte Woelki am Sonntag gegenüber dieser Zeitung. Die Agentur hatte behauptet, der Kölner Erzbischof habe Papst Franziskus während der Diözesanratsversammlung, die am Freitag und Samstag in Düsseldorf stattfand, Papst Franziskus als „alt“ und „realitätsfern“ beschrieben. Die Meldung war unter anderem auch von der „Welt“ zitiert worden.

Inhaltliche Begründung für Entscheidung "realitätsfern"

Woelki erklärte am Sonntag gegenüber dieser Zeitung, seine Äußerung sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er habe beim Austausch über seine viermonatige Auszeit nicht den Papst als realitätsfern beschrieben, sondern die Auffassung, mit der er in der römischen Bischofskongregation konfrontiert worden sei. Er habe die inhaltliche Begründung, die ihm dort für die Entscheidung benannt worden sei, für „realitätsfern“ gehalten habe.

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In der Kongregation sei man davon ausgegangen, dass in Deutschland verstanden werden könnte, „dass ich meinen Weg in Stellvertretung für das politische Agieren in der Erzdiözese und in anderen kirchlichen Kontexten – Bischofskonferenz und Synodaler Weg – gehen sollte“. Wörtlich erklärte Woelki: „Ich habe in der Bischofskongregation gefragt, wer das verstehen solle – ich würde das für realitätsfern halten.“

Woelki: "Wollte mich nicht hinter diesem alten Mann verstecken"

Anschließend habe er über sein Gespräch mit Papst Franziskus im Februar 2021 und über die Situation gesprochen. Der Papst habe ihm damals versichert, dass er voll und ganz hinter ihm stehe und dass Woelki dies auch öffentlich sagen könne. Woelki habe von dieser Zusage allerdings keinen Gebrauch gemacht, weil er Sorge gehabt habe, den Papst zu beschädigen. „Ich wollte mich nicht hinter diesem alten Mann verstecken, der wahrscheinlich die aufgeheizte Situation nicht richtig einzuschätzen vermochte“.

Seine Äußerung, so der Erzbischof, sei eigentlich „eine liebevoll gedachte Äußerung in dem Sinne, dass ich mich mit meinen Problemen und meiner Situation – trotz eigener Aufforderung des Papstes – hinter diesem verstecken wollte. Ich wollte ihn nicht noch zusätzlich belasten“.  DT/reg

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