Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Urteil

Woelki siegt gegen "Bild"

Der Kölner Kardinal hat in einem entscheidenden Gerichtsverfahren gegen die Boulevard-Zeitung gewonnen.
Woelki erzielt erneut einen Sieg gegen BILD und Reporter Nikolaus Harbusch.
Foto: IMAGO/Christoph Hardt (www.imago-images.de) | Woelki erzielt erneut einen Sieg gegen BILD und Reporter Nikolaus Harbusch.

Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki siegt erneut: Im Verfahren gegen "Bild" und deren Reporter Nikolaus Harbusch hat das Oberlandesgericht Köln zugunsten des Kardinals entschieden. Harbusch hatte in "Bild" behauptet, dass Woelki bei der Beförderung eines Priesters zwei belastende Dokumente, darunter auch eine polizeiliche Warnung, gekannt habe. Laut dem Gerichtsurteil darf "Bild" nun nicht weiter behaupten, dass Woelki belastende Berichte, Protokolle aus Missbrauchsakten und eine Polizeiakte bei der Beförderung bekannt gewesen seien.

Bericht „unzulässig vorverurteilend“

Die von "Bild" benannten Zeugen konnten, so die Begründung des Oberlandesgerichts, nicht bestätigen, dass Woelki bei der Beförderung von den genannten Dokumenten gewusst habe. Auch die Aussage Woelkis unter Eid sei nicht zu beanstanden. Das Oberlandesgericht bestätigte zudem die Einschätzung der Behauptungen von "Bild" und Harbusch als „unzulässige Verdachtsberichterstattung“. Die Springer-Zeitung sei, so die Pressemitteilung von Woelkis Anwalt Carsten Brennecke, verpflichtet gewesen, eine Stellungnahme vor der Berichterstattung einzuholen, was nicht geschehen sei. Der einseitige Bericht sei damit unzulässig vorverurteilend.

Lesen Sie auch:

„Das Verbot des OLG Köln räumt mit der Legende auf, Kardinal Woelki habe bei der Beförderung des Pfarrers D. Protokolle aus der Missbrauchsakte und eine Polizeiwarnung gekannt“, so Brennecke in einem Statement. Das Gericht sei zu der Überzeugung gekommen, dass eine solche Kenntnis nicht nachweisbar sei. Dies sei eine weitere Niederlage für Harbusch und "Bild", denen bereits im vergangenen Jahr Aussagen zur Kenntnis Woelkis über die belastenden Dokumente untersagt worden waren. Das Landgericht Köln hatte zu der Zeit argumentiert, dass in diesem Fall der Schutz des Persönlichkeitsrechts schwerer wiege als die Medien- und Meinungsfreiheit. Harbusch und "Bild" gingen zu der Zeit in Berufung; damals ermittelte auch die Kölner Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Falschaussage gegen den Kardinal in Bezug auf dessen Aussage unter Eid. DT/sdu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Kardinäle Pfarrer und Pastoren Rainer Maria Woelki

Weitere Artikel

Burkina Faso, der Libanon, der Nordirak und die Ukraine sind Krisengebiete. Die dortigen Christen vertrauen auf Gott und halten zusammen – besonders an Weihnachten.
25.12.2025, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer

Kirche

Positionspapier zur Rettung der Kirchenmusik, das es in sich hat: Der Deutsche Musikrat beschämt die Kirche mit Kritik an ihrem Musikleben. Zwischenruf einer Kirchenmusikerin.
23.01.2026, 16 Uhr
Barbara Stühlmeyer
Von Favoriten bis Kompromisskandidaten für den Posten des Vorsitzenden der deutschen Bischöfe: Ein Überblick über Chancen und Profile.
22.01.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Der Journalist Franz Herre schrieb große Biografien. Einen besonderen Blick warf er auf Konrad Adenauer. Mit fast 100 Jahren ist der Katholik nun gestorben.
23.01.2026, 11 Uhr
Sebastian Sasse
Bei einer Grönland-Invasion wäre es „moralisch akzeptabel, diesen Befehl zu verweigern“, meint der ehemalige Vorsitzende der US-Bischofskonferenz. Sein Nachfolger hält sich noch bedeckt.
21.01.2026, 10 Uhr
Meldung