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Wie der Papst die Weltsynode entzaubert

Dass der Papst keine Zeit mehr in ein Nachsynodales Schreiben investiert, bedeutet im Klartext: Nichts von dem, was im Abschlussdokument steht, muss man sich merken.
Papst Franziskus bei der Abschlussmesse zur Weltsynode im Petersdom
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Papst Franziskus hat nicht, wie manche hoffen, die Beschlüsse der Synodenteilnehmer in Kraft gesetzt, sondern, wie der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke zutreffend feststellt, lediglich die Publikation der ...

Die Weltsynode ist gewogen und für zu leicht befunden worden. Dass der Papst keine Zeit mehr in ein Nachsynodales Schreiben investiert, bedeutet im Klartext: Nichts von dem, was im Abschlussdokument steht, muss man sich merken.

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Denn Papst Franziskus hat nicht, wie manche hoffen, die Beschlüsse der Synodenteilnehmer in Kraft gesetzt, sondern, wie der Bonner Kirchenrechtler Norbert Lüdecke zutreffend feststellt, lediglich die Publikation der Beschlüsse erlaubt. Man lese genau, wie Papst Franziskus seine Entscheidung begründet: Das Dokument enthalte bereits sehr konkrete Hinweise, „die eine Richtschnur für die Mission der Kirchen auf den verschiedenen Kontinenten und in den verschiedenen Kontexten sein können“, so Franziskus. In dieser Zeit der Kriege müssten Katholiken „Zeugen des Friedens sein, auch indem wir lernen, dem Nebeneinander der Unterschiede eine echte Form zu geben“.

Akzeptieren, dass es Unterschiede gibt

Von der Abschaffung der Unterschiede ist hier keine Rede. Im Gegenteil: Wer Unterschieden eine echte Form geben will, muss zunächst einmal akzeptieren, dass es welche gibt. Was der Amtsvollmacht des Klerus bisher vorbehalten war, bleibt es auch weiterhin. Doch manche Synodale müssen sich an die Stirn fassen: Der Hinweis des Papstes auf die Pflicht zum Friedenszeugnis in Zeiten der Kriege ist ein Warnhinweis an alle, deren Strukturkritik an der Kirche sich von der Warte notleidender Menschen in Kriegsgebieten wie ein pures Luxusproblem ausnimmt. 

Zeiten der Kriege müssen Päpste nicht von Nachsynodalen Schreiben abhalten. Man denke nur an das historische Schreiben „Familiaris consortio“, das der heilige Johannes Paul II. nach dem Ausbruch des Ersten Golfkriegs verfasste und 1981 wenige Wochen vor der Verhängung des Kriegsrechts in seiner Heimat Polen veröffentlichte.

Doch im Unterschied zur diesjährigen Synode ging es damals um ein Kernthema der Verkündigung: die Familie. Jeder wusste, was gemeint war. Demgegenüber ist der  Begriff Synodalität schon wenige Tage nach der Synode verschwunden. Der Papst spricht von Mission und der gewiss weltoffene Schweizer Hirte Felix Gmür bilanziert, an erster Stelle habe in Rom die Interkulturalität gestanden. Die Weltsynode ist entzaubert – und der Papst sieht keine Notwendigkeit, das schönzureden.

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Regina Einig Johannes Paul II. Kirchenrechtler Papst Franziskus Päpste Synoden

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