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„Was geradezu eskaliert, ist die Qualität der Kirchenvandalismen“

Exkremente in Weihwasserbecken, enthauptete Christusstatuen, Brandstiftung: sämtliche Tabus seien gefallen, meint ein DBK Sprecher. Signifikant mehr sind die Fälle aber nicht geworden.
Zerbrochenes Kapellenfenster
Foto: imago stock&people | Zerstörte Fensterscheibe einer Kapelle, Nordrhein-Westfalen.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) beklagt immer heftigeren Vandalismus in deutschen Kirchen. „Hier sind inzwischen sämtliche Tabus gefallen“, sagte ein DBK-Sprecher der Rheinischen Post. Insbesondere die Qualität der Kirchenvandalismen eskaliere: „Exkremente in Weihwasserbecken und Beichtstühlen, enthauptete Christus- und Heiligenstatuen, Zigarettenstummel und anderer Unrat vor Andachtsbildern, beschädigte Gebet- und Gesangbücher, umgestoßene Kirchenbänke, Altarbilder und ganze Altäre vernichtet durch Brandstiftung.“ Schon seit einigen Jahren habe man es mit derartigen Akten zu tun.

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Die Fallzahl nach polizeilicher Kriminalstatistik habe sich seit 2018 zwar nur leicht erhöht, so der Bericht weiter. Allerdings gehe man bei der DBK von einem Dunkelfeld aus – Zerstörungsakte an Wegkreuzen und Friedhöfen zählten nämlich nicht in die offizielle Fallstatistik hinein. Auch gingen viele Fälle von mutwilligem Vandalismus nur als Sachbeschädigungen in die Zahlen ein, was oft keine angemessene Identifikation darstelle. „Es wäre wünschenswert, wenn die staatlichen Profiler bei Vandalismen an Kirchen, christlichen liturgischen Gegenständen, sakralen Statuen und Andachtsbildern noch genauer hinschauen würden“, so der DBK-Sprecher.

Nach einer aktuellen Umfrage der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) unter allen Landeskriminalämtern lag die Zahl der Diebstähle und Sachbeschädigungen in den vergangenen beiden Jahren jeweils im mittleren vierstelligen Bereich. Signifikante Steigerungen ließen sich demnach nicht ableiten. Ein häufiges Motiv für die Diebstähle, so zitiert die KNA das Landeskriminalamt Hessen, sei eine „schnelle und unkomplizierte Geldbeschaffung“: Viele Kirchen verfügten über frei zugängliche Opferstöcke, in denen Spenden gesammelt werden, Kelche, Leuchter oder Kreuze bestünden oft aus wertvollen Materialien und ließen sich bei Edelmetallhändlern zu Geld machen. Für Heiligenfiguren und fromme Darstellungen fehle hingegen zunehmend der Markt, meine man im Bayerischen Landeskriminalamt. (DT/jra)

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