Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kiew/Moskau

Ukraine: Das Moskauer Patriarchat gerät unter Druck

Medienberichten zufolge sieht ein Gesetzentwurf die Verstaatlichung orthodoxen Eigentums vor.
Ukrainisch-orthodoxe Kirche
Foto: Sergei Chuzavkov (AP) | Der Gesetzentwurf schlägt angeblich vor, „die Aktivitäten des Moskauer Patriarchats – der Russisch-Orthodoxen Kirche und religiöser Organisationen, die Teil der Russisch-Orthodoxen Kirche sind, einschließlich der ...

Ukrainischen Medienberichten zufolge liegt in der Werchowna Rada, dem Parlament der Ukraine, ein Gesetzentwurf über ein „Verbot des Moskauer Patriarchats auf dem Territorium der Ukraine“ vor. Der Gesetzentwurf schlägt angeblich vor, „die Aktivitäten des Moskauer Patriarchats – der Russisch-Orthodoxen Kirche und religiöser Organisationen, die Teil der Russisch-Orthodoxen Kirche sind, einschließlich der Ukrainischen Orthodoxen Kirche – zu verbieten“.

Übertritt zur eigenständigen ukrainisch-orthodoxen Kirche soll forciert werden

Laut der ukrainischen „Pravda“ heißt es in dem Gesetzentwurf über die drei bedeutendsten Klöster des Landes: „Die heilige Dormitio Kiew-Petschersk Lavra, die heilige Dormitio Pochayiv Lavra, die heilige Dormitio Swjatogorsk Lavra und andere architektonische Denkmäler von staatlicher Bedeutung, die sich im Besitz des Moskauer Patriarchats befinden oder von ihm genutzt werden, werden in das Eigentum des Staates überführt und die Vereinbarungen über die Nutzung werden aufgehoben.“ Das gesamte Kircheneigentum verbotener Kirchen müsse binnen 48 Stunden ab dem Inkrafttreten des Gesetzes inventarisiert und verstaatlicht werden.

Lesen Sie auch:

Allerdings können Religionsgemeinschaften, Klöster und religiöse Bildungseinrichtungen des Moskauer Patriarchats ihre Unterordnung innerhalb von 14 Tagen ab Inkrafttreten des Gesetzes ändern. Damit scheint beabsichtigt zu sein, den Druck auf Kirchengemeinden und Klöster zu erhöhen, von der „Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats“ zu der von Konstantinopel geschaffenen und anerkannten „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ zu wechseln. Aufgrund der Positionierung Kyrills im aktuellen Krieg sind bereits zahlreiche Kleriker und Gemeinden diesen Weg gegangen.  DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Kirchengemeinden Klöster Russlands Krieg gegen die Ukraine Russisch-Orthodoxe Kirche Verstaatlichung

Weitere Artikel

Auf die Kirche wird dabei nicht verzichtet, sie ist dramaturgisch offensichtlich unverzichtbar als wichtige Projektionsfläche für Fragen nach Schuld, Erlösung und Widerstand.
16.03.2026, 19 Uhr
Henry C. Brinker
Vom Kloster abgewiesen, führte Villana de Bottis mit ihrem Ehemann im 14. Jahrhundert ein Luxusleben. Bis sie sich reuevoll bekehrte und nur noch ihren Mitmenschen diente.
30.01.2026, 13 Uhr
Claudia Kock
Wer war Frère Roger? Eine neuaufgelegte Biografie bringt den Gründer von Taizé und seinen Beitrag zur Versöhnung näher.
21.04.2026, 09 Uhr
Esther von Krosigk

Kirche

Papst Leo steckt das Feld für den deutschen Episkopat ab. „Fiducia supplicans“ ist kein Aufhänger für einen deutschen Sonderweg.
30.04.2026, 13 Uhr
Regina Einig
Der selige Petrus der Diakon war Freund Gregors des Großen, Schutzpatron eines Dorfes im Zweiten Weltkrieg und Zeuge göttlicher Inspiration.
30.04.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Nach 60 Jahren Dialog: Papst Leo empfängt erstmals eine Frau als Oberhaupt der Kirche von England. Im interreligiösen Austausch sind zuletzt neue Probleme dazugekommen.
29.04.2026, 08 Uhr
Guido Horst