In der Mitte des 14. Jahrhunderts wütete in Europa die Pest. 1348 traf es unter anderem die Stadt Florenz sehr hart. In der toskanischen Metropole starben innerhalb weniger Monate über 100.000 Menschen. Unter den Eindrücken dieser schlimmen Zeit verfasste Giovanni Boccaccio seine berühmte Novellensammlung „Il Decamerone“, ein Hauptwerk der italienischen Renaissanceliteratur, dessen Rahmenhandlung in der Florentiner Dominikanerkirche „Santa Maria Novella“ beginnt. Hier kann man bis heute das Grab einer jungen Zeitgenossin von Boccaccio besuchen, die wie dieser die Pestzeit überlebte: das Grab der seligen Villana de Bottis, deren Gedenktag die Kirche am 29. Januar feiert.
Kritisiert und verleumdet
Vom Kloster abgewiesen, führte Villana de Bottis mit ihrem Ehemann im 14. Jahrhundert ein Luxusleben. Bis sie sich reuevoll bekehrte und nur noch ihren Mitmenschen diente.
