Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Schulschließungen in Hamburg: Erzbischof Heße räumt Fehler ein

So würde er es sicher nicht noch einmal machen, erklärt der Hamburger Erzbischof Stefan Heße. Die Gläubigen bittet er um Entschuldigung.
Schulschließungen: Erzbischof Heße räumt Fehler ein
Foto: Markus Scholz (dpa) | „Ich sehe, dass wir Menschen wehgetan haben. Da möchte ich um Entschuldigung bitten", so der Hamburger Erzbischof Heße.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße räumt Fehler im Streit um die Schließung mehrerer katholischer Schulen in Hamburg ein. „So würde ich es sicher nicht noch einmal machen“, erklärt Heße im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“. Die Kommunikation und die Einbeziehung der Betroffenen hätten besser sein müssen. Man habe sich von der finanziellen Lage im Erzbistum zu sehr unter Druck setzen lassen. „Wir wollten nicht nur die Not zeigen, sondern uns der Verantwortung stellen und handeln“, so der Erzbischof.

Heße will sich für Umgang mit Schulschließungen entschuldigen

Vor einem Jahr hatte das Hamburger Erzbistum überraschend angekündigt, bis zu acht katholische Schulen in der Hansestadt schließen zu wollen. Als Grund wurde die kritische finanzielle Lage genannt. Bei vielen Gläubigen sorgte die Ankündigung für Verärgerung und deutliche Kritik.

Dafür wolle sich Heße nun entschuldigen. „Ich sehe, dass wir Menschen wehgetan haben. Da möchte ich um Entschuldigung bitten.“ Der Weg nach vorne könne allerdings nicht im Handumdrehen beschritten werden. Das Vertrauen, so der Erzbischof, könne nur langsam wachsen.

Fest steht: Sechs katholische Schulen müssen geschlossen werden

Das 52-jähirge Oberhaupt der Hamburger Katholiken behauptet gleichzeitig, um die besondere Stellung der Schulen gewusst zu haben. In Hamburg habe es erst die Schulen gegeben, dann bildeten sich die Gemeinden. „Wir haben im Erzbistum Hamburg 24 Schulen, im Erzbistum Köln mit seiner fünffach größeren Zahl an Gläubigen nur 30.“ Nun wolle er mit den Schulen stärker ins Gespräch kommen, so Heße.

Inzwischen steht fest, dass sechs katholische Schulen geschlossen werden müssen. Auf die Frage, welche Rolle das Thema der Schulschließungen in Zukunft spielen wird, meint Heße: „Unser Ziel ist die zukunftsorientierte Entwicklung von mindestens 13 katholischen Schulen in Hamburg, hoffentlich 15.“ Dabei wolle man ein wirtschaftlich solides System schaffen, das pädagogisch und räumlich den künftigen Ansprüchen gerecht werde.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Erzbischöfe Gläubige

Weitere Artikel

Er will „neue Landkarten der Hoffnung zeichnen“: 60 Jahre nach der Konzilserklärung zu Erziehung und Bildung bricht Papst Leo XIV. eine Lanze für eine Pädagogik im Sinn des Evangeliums
29.10.2025, 10 Uhr
Meldung
Der US-Korrespondent des ZDF räumt Fehler ein und bittet um Entschuldigung. Gut so. Leider haben die öffentlich-rechtlichen Sender ein chronisches Problem tendenziöser Berichterstattung.
02.10.2025, 11 Uhr
Jakob Naser
Selbst im langsamen Deutschland geht die Digitalisierung des Schulbetriebs voran. Johannes Hartl hingegen fragt: Wie viel Digitalisierung verträgt ein Kind?
22.08.2025, 05 Uhr
Johannes Hartl

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting