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Rey macht es vor

Die hochemotionalen Reaktionen auf den unfreiwilligen Rücktritt des Bischofs von Fréjus-Toulon verfehlen das Ziel, das er verfolgte: Neuevangelisierung und ein tieferes Verständnis der Tradition der Kirche.
Der inzwischen emeritierte Bischof Dominique Rey
Foto: IMAGO / ABACAPRESS | Bischof Rey ist zurück in Paris, seiner Heimatdiözese. Er wohnt nun in der Pfarrei Notre-Dame-des-Champs.

Die Reaktionen auf den unfreiwilligen Rücktritt des traditionsverbundenen Bischofs von Fréjus-Toulon in den sozialen Netzwerken fallen hochemotional aus. Der inzwischen emeritierte Bischof Dominique Rey, der Papst Franziskus offensichtlich weder von seinem Leitungsstil noch von seiner Lernfähigkeit überzeugen konnte, erregt bei den einen Häme, bei anderen Mitleid.

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Die hohe Betriebstemperatur verfehlt allerdings das Ziel, das Bischof Rey in seiner Amtszeit verfolgte: Neuevangelisierung und ein tieferes Verständnis der Tradition der Kirche. Wer die Geschichte der Neuanfänge in der Kirche anschaut, kann sich davon überzeugen, wie mühsam sich viele Ordensgemeinschaften und Bewegungen durch ihre ersten Jahrzehnte gekämpft haben und wieviele Korrekturen sie seitens der Kirche akzeptieren mussten.

Es liegt an den Gläubigen, ihre Berufung konsequent zu leben

Wer wüsste das besser als ein Papst aus dem zeitweise verbotenen Jesuitenorden. Dass der Führungsstil des amtierenden Pontifex gegenüber Bischöfen mitunter an den Umgang eines Jesuitengenerals mit seinen Provinzoberen erinnert, rechtfertigt keine unflätige Kritik an Papst Franziskus. Es liegt an den Gläubigen, ihre Berufung als Getaufte konsequent zu leben und bewusst mit den Füßen abzustimmen, wenn es um die Wahl von Messorten, Schulen und Sakramentenvorbereitung geht.

Das Ziel christlicher Berufung ist nicht die Reform Roms nach eigenen Vorstellungen, sondern Heiligkeit. Insofern ist der Verweis Bischof Rey auf den Gehorsam mehr als Klerikalrhetorik: Der gute Hirte macht es vor.

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