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Papst: Seid Kanäle der Barmherzigkeit Gottes 

In seiner Ansprache im Südsudan spornte Papst Franziskus Geistliche und Laien an, nach dem Vorbild von Moses gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen.
Papst-Reise in den Südsudan
Foto: Gregorio Borgia (AP) | „Die Kämpfe des Volkes durch das Gebet vor Gott zu unterstützen, Vergebung zu erwirken, Versöhnung zu vermitteln als Kanäle der Barmherzigkeit Gottes, der die Sünden vergibt: Das ist unsere Aufgabe als Fürsprecher!" ...

Worte der Ermutigung waren es, mit denen sich Papst Franziskus am Samstagmorgen im südsudanischen Juba an Bischöfe, Priester, Seminaristen und Ordensleute gewandt hat. Inspiriert „vom Lauf des Nils“ kam der Papst auf die biblische Bedeutung von Wasser zu sprechen, das oft „mit dem Handeln des Schöpfergottes in Verbindung gebracht“ würde und legte dies am Beispiel des Mose aus. Dessen Einsatz für das Volk Gottes und seine Durchlässigkeit für Gott solle allen Wegweiser, Zuspruch und Ansporn sein.

Alles Handeln muss bei Gott beginnen

Die Geschichte des Mose, der „Ikone der Hilfe Gottes“, sei ein „Zeichen der Befreiung und der Erlösung“, sagte der Papst, denn Mose konnte dem Volk Gottes zur Hilfe werden, weil er fügsam gegenüber Gottes Initiative gelebt habe und vor Gott für das Volk eingetreten sei.

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Diese beiden Haltungen, Fügsamkeit und Fürsprache, habe er allerdings erst lernen müssen: Zunächst habe Mose geglaubt, die „Ungerechtigkeit und Unterdrückung alleine zu bekämpfen“ zu können, machte damit aber einen Fehler, der in die Flucht trieb: Er ermordete einen Ägypter, der die Juden misshandelte. Das sei heute nicht anders: „Unterschwellig denken wir, dass wir… fast ausschließlich auf unser eigenes Können verlassen können“, mahnte Papst Franziskus. Alles Wirken müsse seinen „Ausgang bei Gott“ nehmen. 

„Entledigen wir uns unserer menschlichen Anmaßung“

Wörtlich sagte Papst Franziskus: „Machen wir es also wie Mose im Angesicht Gottes: Ziehen wir unsere Sandalen in demütiger Ehrfurcht aus und entledigen wir uns unserer menschlichen Anmaßung, lassen wir uns vom Herrn anziehen und pflegen wir die Begegnung mit ihm im Gebet.“ Nur so habe Mose „zu einem Werkzeug der Rettung für die Seinen“ werden können.

In der Begegnung mit Gott sei Mose zudem vor Gott für das abtrünnige Volk eingetreten und so zum Brückenbauer geworden. Fürsprache sei dabei nicht nur das Gebet für andere, sondern bedeute etymologisch „in die Mitte treten“, um sich einer Situation zu stellen.

Bereit sein, sich die Hände schmutzig zu machen

Dabei sei es weniger wichtig, perfekt organisiert als bereit zu sein, sich die Hände schmutzig zu machen, so der Papst, Diener zu sein, „die sich bücken, um unseren Brüdern und Schwestern die Füße zu waschen“. Und zwar gemeinsam, Geistliche mit Laien, damit „die Versuchung des Individualismus und der Partikularinteressen" überwunden werden könne. 

In der Haltung des Mose also sollten auch Christen heute ihre Stimme erheben, wo Machtmissbrauch und Ungerechtigkeit herrschten.  Und wie Mose sollten sie andere immer wieder wiederaufrichten, sie daran erinnern, "dass Gott seinen Verheißungen treu ist, sie dazu anzuspornen weiterzugehen“, erläuterte der Papst. „Die Kämpfe des Volkes durch das Gebet vor Gott zu unterstützen, Vergebung zu erwirken, Versöhnung zu vermitteln als Kanäle der Barmherzigkeit Gottes, der die Sünden vergibt: Das ist unsere Aufgabe als Fürsprecher!“  DT/dsc

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