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Papst in Mongomo: Äquatorialguinea hungert nach einer Zukunft der Hoffnung

Leo XIV. erinnert an die missionarische Geschichte Äquatorialguineas. Die Gläubigen ruft er dazu auf, an einer Zukunft des Friedens, der Versöhnung und der Würde jedes Menschen mitzubauen.
Papst Leo in Afrika
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | Papst Leo ermutigte die Gläubigen: „Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen!“

Am zweiten Tag seiner Reise nach Äquatorialguinea hat Papst Leo XIV. in Mongomo, unmittelbar an der Grenze zu Gabun, eine Heilige Messe gefeiert. Die Kathedralbasilika der Unbefleckten Empfängnis wurde 2011 errichtet und ist seit 2017 Sitz des Bistums Mongomo. Außerhalb der Kirche verfolgten etwa 100.000 Menschen die Messe auf Großbildschirmen. Leo XIV. war zuvor aus Malabo – bis Anfang 2026 Hauptstadt Äquatorialguineas – eingeflogen.

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Vor Beginn der Messe segnete der Papst den Grundstein mit seinem Papstwappen für die künftige Hauptkirche der neuen Hauptstadt „Ciudad de la Paz“ („Stadt des Friedens“), die noch mitten im Dschungel entsteht. Spontan sagte er: „Wir möchten unseren Glauben erneuern und unser Bekenntnis bekräftigen, Jesus Christus in seiner Kirche treu nachzufolgen. In der katholischen Kirche wollen wir alle stets vereint sein.“

Afrikaner „von nun an ihre eigenen Missionare“

Der Papst dankte für 170 Jahre Evangelisierung „in diesen Gebieten Äquatorialguineas“ den Missionaren, Priestern, Katecheten und Laien, „die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt haben“. Sie hätten die „Erwartungen, Fragen und Wunden“ des Volkes erkannt und durch ihr Zeugnis „am Kommen des Reiches Gottes mitgewirkt“. 

Diese Geschichte dürfe nicht vergessen werden, betonte Leo XIV. Sie verbinde die Kirche in Äquatorialguinea mit der apostolischen und universalen Kirche und helfe ihr zugleich, „selbst aktiv das Evangelium zu verkünden und den Glauben zu bezeugen“. So erfüllten sich die Worte Pauls VI., wonach die Afrikaner „von nun an ihre eigenen Missionare“ seien.

Der Papst rief die Gläubigen auf, diesen Weg fortzusetzen. „Von allen und jedem Einzelnen ist ein persönliches Engagement verlangt, das das Leben ganz miteinbezieht.“ Der Glaube werde in Gemeinden und Liturgien gefeiert, müsse aber auch das karitative Wirken und die Verantwortung gegenüber dem Nächsten prägen. Das verlange Ausdauer, Mühe und manchmal Opfer, sei aber „das Zeichen dafür, dass wir wirklich die Kirche Christi sind.“ 

Papst Leo: Auf das Wirken des Herrn vertrauen

Mit Verweis auf die Apostelgeschichte erinnerte Leo XIV. daran, dass Christen zwar verfolgt und zerstreut werden könnten, zugleich aber viele Menschen „dem Wort des Herrn näherkommen“ und mit eigenen Augen sähen, wie Erkrankte geheilt würden. Leo XIV. rief dazu auf, auf das Wirken des Herrn zu vertrauen, auch wenn Umstände „nicht immer günstig sind“. Gott lasse den Samen seines Reiches keimen, „selbst wenn alles um uns herum karg erscheint und selbst in Zeiten der Finsternis“.

Mit Blick auf die Lage des Landes fragte der Papst: „Welchen Hunger verspüren wir? Und wonach hungert dieses Land heute?“ Vielleicht sei der größte Hunger ein „Hunger nach Zukunft“ – nach einer Zukunft voller Hoffnung, Gerechtigkeit, Frieden und Geschwisterlichkeit. Auf sie dürfe man nicht „passiv warten“, sondern sie mit Gottes Gnade aufbauen. „Die Zukunft Äquatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit.“ Sie sei dem Einsatz für den Schutz des Lebens und der Würde jedes Menschen anvertraut.

Alle Getauften seien aufgerufen, „mit dem Licht und der Kraft des Evangeliums an der ganzheitlichen Entwicklung dieses Landes“ mitzuwirken. Die Reichtümer Äquatorialguineas sollten „allen zum Segen gereichen“. Die Gesellschaft müsse die „Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten“ überwinden, und sich „für das Gemeinwohl und nicht für Einzelinteressen“ einsetzen.

Zum Schluss ermutigte der Heilige Vater die Gläubigen: „Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen!“ Sie sollten mitbauen an „einer Zukunft der Hoffnung, des Friedens und der Versöhnung“ und das Werk fortsetzen, das vor 170 Jahren begonnen habe. Auch in Mongomo überreichte der Papst dem Ortsbischof einen Kelch mit den Worten: „Mögen wir immer in Christus vereint sein.“

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Themen & Autoren
José García Leo XIV.

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