Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Woelki hat der Petrusbruderschaft im Erzbistum Köln ein gutes Zeugnis für ihre seelsorgliche Arbeit ausgestellt. Am Rande des Glaubensfestes „kommt&seht“ in Köln sagte er am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung, er sei Pater Bernhard Gerstle und seinen Mitbrüdern sehr dankbar dafür, dass sie die tridentinische Liturgie „in einer guten und verantwortungsvollen Weise feiern“.
Auf den starken Zuwachs der Chartres-Pilgerfahrt angesprochen, ermutigte der Kardinal die Jugendlichen: „Wer dort beheimatet ist und für seinen Glauben und sein tägliches Zeugnis dort seine Kraft findet, soll seinen Weg gehen.“ Mit Papst Leo sei eine gute Entscheidung gefunden worden, um mit der überlieferten Form der lateinischen Liturgie umzugehen.
„Viel von den anglikanischen Freunden gelernt“
Woelki bestätigte auch gute Früchte der im Erzbistum vor einem Jahr ins Leben gerufenen Initiative „Church planting“. Das Erzbistum mache positive Erfahrungen damit, erklärte der Kölner Erzbischof, auf dessen Initiative hin im Erzbistum vier Gemeinden mit jeweils einem dreiköpfigen Team neu gegründet wurden, deren Evangelisierungsstil sich an der Arbeit der anglikanischen Kirche in London orientiert. Seine Mitarbeiter und er hätten „viel von den anglikanischen Freunden gelernt“, auch wenn nicht alles eins zu eins in die katholische Kirche übersetzt werden könne.
Doch die Anglikaner in Holy Trinity in Brompton hätten ein Werkzeug erarbeitet für diejenigen, die Gemeindewachstum anstrebten: Der unbedingte Wille zur Evangelisierung gehöre dazu, sowie unter anderem Glaubens- und Alphakurse. „An allen vier Orten – Brühl, Düsseldorf, Köln und Wuppertal – stellen wir Wachstum fest“, sagte Woelki. Es kämen neue Kirchenbesucher, die sich von der Lobpreismusik und der Art, wie dort der Glaube geteilt werde, angezogen fühlten und erklärten, einen solchen geistlichen Ort vermisst zu haben. In den vier Gemeinden sollten demnächst auch Alphakurse beginnen. Er hoffe, dass sich daraus eine Gruppe Gläubiger bilde, die Verantwortung in den Gemeinden übernehmen könne.
Natürlich gebe es auch kritische Reaktionen und die Sorge, Gottesdienstbesucher könnten anderen Gemeinden weggenommen werden. „Aber wir arbeiten alle zusammen, lieben die Freiheit und die Vielfalt, sodass die Einzelnen entscheiden können, wo sie sich am besten aufgehoben fühlen.“ Das dreitägige Glaubensfest „kommt&seht“ endete am Samstag.
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.









