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Ignacy Antonowicz und Gefährten

Bei ihnen fand auch der spätere Papst Johannes Paul II. eine geistliche Heimat. Die neuen Seligen aus den Reihen der Salesianer Don Boscos.
Ignacy Antonowicz
Foto: Ryszard Szymeczko | Ignacy Antonowicz war bei seiner Verhaftung im Jahr 1941 Rektor des Seminars in Krakau.

Im Krakauer Stadtteil Debniki steht das Ausbildungshaus der Salesianer, das „schlagende Herz“ der Spiritualität Don Boscos in Polen. Seit seiner Gründung nach dem Ersten Weltkrieg ist es ein bedeutendes Zentrum der Jugend- und Studentenpastoral. Im Kriegsjahr 1941, als Polen von der Wehrmacht besetzt war, wohnte in der unmittelbaren Nachbarschaft ein junger Mann, der als Arbeiter im Steinbruch eingesetzt war, aber heimlich Theologie studierte, um Priester zu werden: der damals 21-jährige Karol Wojtyla, der spätere Papst Johannes Paul II.

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Er besuchte häufig die Pfarrei der Salesianer und fand hier eine geistliche Heimat. Am 23. Mai, dem Vorabend des Festes der Schutzmantelmadonna, die als „Maria Hilf“ im Salesianerorden besonders verehrt wird, umstellte die Gestapo das Ordenshaus. Zwölf Salesianer wurden verhaftet, nur wenige kehrten später zurück. Die meisten wurden in das Konzentrationslager Auschwitz abtransportiert, viele erlitten das Martyrium.

Einen der Märtyrer von Krakau, Pater Józef Kowalski, hat Johannes Paul II. noch selbst zur Ehre der Altäre erhoben, sechs weitere wurden kürzlich, am 6. Juni, im Auftrag von Papst Leo XIV. in Krakau seliggesprochen. Anlässlich des Todestages eines von ihnen, Pater Ignacy Antonowicz, am 21. Juli, werden sie in dieser Woche vorgestellt.

Der oben porträtierte Salesianer Ignacy Antonowicz, am 14. Juli 1890 in Wieslawice geboren, kannte Auschwitz aus schöneren Tagen: Er hatte dort die Schule besucht und 1906 die Ordensprofess bei den Salesianern abgelegt, bevor er 1916 in Rom zum Priester geweiht wurde. Bei seiner Verhaftung im Mai 1941 war er Rektor des Seminars von Krakau. Zwei Monate später starb er in der Krankenstation des Konzentrationslagers Auschwitz infolge von Misshandlungen.

Zu diesem Zeitpunkt waren vier der mit ihm zusammen deportierten Mitbrüder bereits nicht mehr am Leben; sie waren am 27. Juni ermordet worden.
Der älteste von ihnen war der 64-jährige Pater Jan Swierc. Er stammte aus dem oberschlesischen Huta und hatte die Schulausbildung bei den Salesianern in Valsalice bei Turin erhalten. Dort trat er auch in das Noviziat des Ordens ein und absolvierte sein Studium bis zur Priesterweihe im Jahr 1903.

Vorbildlicher Salesianer

Nach Polen zurückgekehrt, bekleidete er mehrere verantwortungsvolle Posten und gehörte zeitlebens der Ordensleitung an. Er galt als vorbildlicher Salesianer, der den Geist des Gründers Don Bosco tief verinnerlicht hatte; zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war er in der Priesterausbildung tätig. Am 27. Juni 1941 wurde er von einem Wachmann im Lager Auschwitz schwer misshandelt. Als er in seiner Not immer wieder laut den Namen Jesu ausrief, wurde er erschlagen.

Am selben Tag starben drei weitere Krakauer Salesianer im Steinbruch des Lagers, wo sie schwere Zwangsarbeit leisteten. Der 61-jährige Pater Ignacy Dobiasz und der fünf Jahre jüngere Pater Franciszek Harazim waren ebenfalls in Italien ausgebildet und zu Priestern geweiht worden und hatten an mehreren Orten in Polen den priesterlichen Dienst versehen, bevor sie nach Krakau kamen. Ihr 37-jähriger Mitbruder Pater Kazimierz Wojciechowski war bereits in Polen ausgebildet und in Krakau geweiht worden.

Der sechste Märtyrer der Krakauer Salesianer, Pater Ludwik Mroczek, starb ein halbes Jahr später, am 5. Januar 1942, dem Vorabend des Dreikönigsfestes, in der Krankenstation von Auschwitz, nachdem er beim Lagerappell zusammengeschlagen worden war. Ebenso wie Pater Ignacy Antonowicz war er in Auschwitz bei den Salesianern zur Schule gegangen, bevor er 1933 die Priesterweihe empfing. Vor seinem Dienst im Ausbildungshaus in Krakau war er unter anderem im Marienheiligtum Tschenstochau tätig gewesen.

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Neben diesen Krakauer Märtyrern wurden zwei weitere polnische Salesianer in Auschwitz ermordet, die ebenfalls am 6. Juni seliggesprochen worden sind: am 14. Mai 1942 der 27-jährige Pater Karol Golda, der im Studentat der Salesianer in Auschwitz Theologie unterrichtete, und am 9. Juli 1942 der 59-jährige Pater Wlodzimierz Szembek, der aus dem südpolnischen Nowy Targ nach Auschwitz deportiert worden war. Die neuen Seligen kommen zur großen Zahl der Salesianer Don Boscos hinzu, die – begonnen beim Ordensgründer – bereits zur Ehre der Altäre erhoben worden sind.

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