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Malteserorden: Keine Messen mehr im "alten Ritus"

Malteser-Großmeister Dalla Torre: "Alle offiziellen liturgischen Feiern" des Ordens sollen nach dem ordentlichen Ritus Papst Pauls VI. gefeiert werden.
Tridentinische Messe
Foto: Marijan Murat (dpa) | Malteserorden untersagt Messen im "alten Ritus" zu offiziellen Anlässen.

Im Souveränen Malteserorden sollen künftig keine offiziellen Gottesdienste mehr im außerordentlichen Ritus (sog. "Tridentinische Messe") gefeiert werden. Dies geht aus einem Brief des Großmeisters des Ordens, Fra Giacomo Dalla Torre, hervor, über den der Vatikanjournalist Edward Pentin am Dienstag berichtete. Eine Sprecherin des Malteserordens bestätigte "Kathpress" gegenüber die Echtheit des Schreibens an die regionalen Oberen des Ordens, das auf Montag, 10. Juni datiert ist.

Messfeiern im privaten Rahmen nicht betroffen

Als oberster Garant für die Einheit des Souveränen Malteserordens habe er entschieden, dass "alle offiziellen liturgischen Feiern" des Ordens nach dem ordentlichen Ritus Papst Pauls VI. gefeiert werden sollen, schreibt Dalla Torre. Messfeiern im privaten Rahmen können Geistliche des Malteserordens aber nach wie vor auch im außerordentlichen Ritus zelebrieren, wie Sprecherin Marianna Balfour bestätigte.

Anfang Mai hatte das Generalkapitel des Malteserordens eine neue Führung gewählt. Dabei waren unter anderem der Italiener Dalla Torre als Großmeister und der Deutsche Albrecht von Boeselager als Großkanzler bestätigt worden. Bei den Beratungen des Kapitels, in denen es auch um eine Reform der Ordensverfassung ging, sei die Frage der Liturgie nicht eigens thematisiert worden, so Balfour.

Hintergrund: "Summorum pontificum"

Papst Benedikt XVI. hatte 2007 mit dem Erlass "Summorum pontificum" erlaubt, dass die katholische Messe in größerem Umfang als vorher auch im außerordentlichen Ritus gefeiert werden kann. Dieser war die bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) übliche liturgische Form. Sie wurde mit der Liturgiereform Papst Pauls VI. 1970 abgelöst. Papst Johannes Paul II. hatte 1984 die Feier im außerordentlichen Ritus in Ausnahmefällen gestattet.

Der Erlass Benedikts XVI. regelt außerdem, dass innerhalb einzelner Gemeinschaften oder Institute, die "solche Feiern oft, für gewöhnlich oder ständig begehen" wollen, es Sache der höheren Oberen ist, "nach der Norm des Rechts und gemäß der Gesetze und Partikularstatuten zu entscheiden". Auf diesen Absatz beruft sich Dalla Torre als Oberer der Malteser, um nun die Feier im außerordentlichen Ritus zu untersagen.

KAP / DT (jobo)

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost.

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Josef Bordat Johannes Paul II. Kathpress Liturgiereformen Malteserorden Päpste Tridentinische Messe

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