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Kommuniondebatte: Niederländischer Kardinal wünscht sich mehr Klarheit

Der niederländische Kardinal Willem Jacobus Eijk kritisiert die an eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz gerichtete Vatikan-Erklärung im Streit um die Kommunionszulassun evangelischer Ehepartner.
Priester mit einer Hostienschale in den Händen
Foto: Sebastian Widmann (KNA) | Ein Priester teilt beim Pontifikalamt zu Fronleichnam am 4. Juni 2015 in München die Kommunion aus einer goldenen Hostienschale aus. Dieses Bild ist Teil des Features "Eucharistie".

Der niederländische Kardinal Willem Jacobus Eijk wünscht sich in der Debatte über den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner mehr Klarheit von Papst Franziskus. Die an eine Delegation der Deutschen Bischofskonferenz gerichtete Vatikan-Erklärung vom vergangenen Donnerstag kritisierte er in einem Beitrag für die US-Zeitung „National Catholic Register“ (Montag) als „völlig unverständlich“. Und das, obwohl die kirchenrechtlichen Vorgaben eindeutig seien, so der Erzbischof von Utrecht.

Ein Zugang zu den Sakramenten der katholischen Kirche sei nichtkatholischen Christen demnach „nur in Notfällen“ möglich - besonders dann, wenn Lebensgefahr bestehe, schrieb Eijk. Eine Interkommunion komme im Grunde nur mit orthodoxen Christen infrage, weil die Sakramentenlehre der Ostkirchen jener der katholischen Kirche entspreche. Das sei bei deutschen Protestanten jedoch nicht der Fall.

Der Vatikan hatte am Donnerstag den Konflikt um den Kommunionempfang für nichtkatholische Ehepartner an die deutschen Bischöfe zurückverwiesen. Papst Franziskus ersuche sie, „im Geist kirchlicher Gemeinschaft eine möglichst einmütige Regelung zu finden“, hieß es in einer Erklärung nach einem Gipfeltreffen vatikanischer Behördenleiter und deutscher Bischöfe.

DT/KNA

 

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