Porträt der Woche

Katharina Westerhorstmann

Jung, eloquent, gebildet und mutig. Eine Moraltheologin, wie sie heut in der katholischen Kirche eigentlich gebraucht wird, hat das Synodalforum "Sexualität" verlassen.
Katharina Westerhorstmann verkörpert genau jenen Typ Frau, der heute in der katholischen Kirche von vielen vermisst wird.
Foto: Steubenville /Katharina Heße

Katharina Westerhorstmann verkörpert genau jenen Typ Frau, der heute in der katholischen Kirche von vielen vermisst wird. Jung, exzellent ausgebildet, eloquent und vielseitig interessiert. Ein unabhängiger Kopf, fasziniert von der Wahrheitssuche ihres Vorbildes Edith Stein. Zum Synodalen Weg steuerte die an der Franziskaneruniversität Steubenville lehrende Moraltheologin mehrere Artikel und Wortmeldungen bei. Stets sachlich und kompetent argumentierend, immer klar und unaufgeregt in der Sache.

Störende Minderheit

Als die Moraltheologin vor wenigen Tagen ihren Ausstieg aus dem Synodalforum IV „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ öffentlich bekanntgab, überraschte ihre Begründung nicht.

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Frau Westerhorstmann bestätigte die Gründe, die schon den Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp vor zwei Jahren dazu bewogen hatten, seine Mitarbeit in demselben Forum zu beenden: Es fehlt an Gesprächskultur. Vielmehr ist das Synodalforum ein Versuch, die von Anfang an angestrebte Änderung der katholischen Sexualmoral unter zeitlichem und inhaltlichem Druck durchzusetzen. Frau Westerhorstmann gehörte zur kritischen Minderheit, die mal störte, mal als quantité négligeable übergangen wurde.

Unabhängiger Kopf

Gemeinsam mit anderen Forumsmitgliedern hatte sie ein alternatives Grundlagenpapier veröffentlicht, das im Unterschied zu dem verabschiedeten Grundtext der kirchlichen Lehre entspricht. Gerade zu Debatten über Liebe und gelingende Beziehungen könnten Frauen wertvolle Impulse geben. Frau Westerhorstmann, die in ihrer Freizeit leidenschaftlich gern musiziert, hat stets dafür plädiert, die Talente und Charismen von Frauen in der Kirche stärker zu nutzen.

Andererseits hat sie die Erfahrung gemacht, dass Charismen in Deutschland manchmal voreilig mit einem Posten identifiziert werden. Gegenüber dieser Zeitung unterstreicht sie: „Das ist mir zu einfach. Eine Aufgabe übernommen zu haben, auch wenn man damit medial sehr erfolgreich ist, bedeutet nicht unmittelbar, dass eine Gottesgabe dahintersteht. Ein Charisma kann sich unabhängig von Beruf, Ausbildung und Stellung zeigen. Die Arbeit der geistlichen Unterscheidung hat in der Kirche immer schon darin gelegen, zu prüfen, was sich an Gaben zeigt, um zu erkennen, ob sie von Gott sind. Dazu bedarf es bei denen, die die Unterscheidung vornehmen ausreichender Erfahrung, einer profunden Kenntnis der Heiligen Schrift und einer reifen Persönlichkeit, da man nicht immer dazu neigt, die Gaben anderer zu fördern, selbst dann, wenn man sie für echt hält.“

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