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Kardinal Sarah warnt vor falschem Verständnis von Synodalität

Eine Bischofskonferenz hat keine rechtliche Autorität oder Kompetenz auf dem Gebiet der Lehre“, so der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung.
Kardinal Sarah verteidigt Zölibat
| Widersprüche zwischen verschiedenen Bischofskonferenzen über moralische Lehren dienten nicht der Einheit der katholischen Kirche und dem Glauben, so Kardinal Sarah in einem aktuellen Interview.

Kurienkardinal Robert Sarah hat vor einem falschen Verständnis von Synodalität und der Rolle der Bischofskonferenzen gewarnt. „Eine Bischofskonferenz hat keine rechtliche Autorität oder Kompetenz auf dem Gebiet der Lehre“, erklärte Sarah im Gespräch mit dem französischen Wochenmagazin „Valeurs actuelles“. Widersprüche zwischen verschiedenen Bischofskonferenzen über moralische Lehren dienten nicht der Einheit der katholischen Kirche und dem Glauben.

Sarah: Bei echter Reform geht es um Bekehrung jedes Einzelnen

Sarah erinnerte daran, dass Christus eine hierarchische Kirche gegründet habe, deren erster Verantwortlicher der Papst sei. Auf ortskirchlicher Ebene sei der Bischof in erster Linie verantwortlich, „und nicht die Bischofskonferenz, die für einen Austausch, nicht für die Durchsetzung einer Richtung benötigt wird“.

Bei einer echten Reform, so der Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, gehe es vielmehr um die Bekehrung eines jeden Einzelnen. „Wenn wir uns nicht selbst ändern, werden alle Strukturreformen nutzlos sein. Laien, Priester, Kardinäle, wir alle müssen zu Gott zurückkehren“, meinte Sarah. Die Hauptverantwortung für die Erosion des Glaubens im Westen müsse von den Priestern geschultert werden. Jahrzehntelang seine Beichtstühle leer gewesen, die Liturgie entheiligt und die Lehre an katholischen Universitäten und Seminaren verwässert worden.

Sarah kritisiert Anpassung der Kirche an den Zeitgeist

Der aus dem afrikanischen Guinea stammende Kardinal äußerte anlässlich der Vorstellung seines neuen Buches mit dem Titel „Le Soir approche et déjà le jour baisse“ (dt.: Es wird bald Abend werden, der Tag hat sich schon geneigt). Darin geht Sarah auf die „tiefe spirituelle, moralische und politische Krise in der heutigen Welt“ ein. Das Buch verfasste er zusammen mit dem französischen Journalisten Nicolas Diat.

Im Gespräch mit „Valeurs actuelles“ kritisierte Sarah auch jene katholischen Amtsträger, die die Kirche an den Zeitgeist anpassen wollten. Zwar folge eine große Mehrheit der Priester ihrer „Mission der Lehre, Heiligung und Leitung“. Gleichzeitig gebe es aber auch „eine kleine Zahl, die der krankhaften und niederträchtigen Versuchung nachgibt, die Kirche mit den Werten der heutigen westlichen Gesellschaften auszurichten“.

Zölibat ist "einer der größten Schätze der Kirche"

Den Zölibat verteidigte Kardinal Sarah als eine der größten Schätze der Kirche. „Der Verzicht auf den Zölibat würde die Krise der Kirche weiter verschärfen und die Position des Priesters schwächen, der berufen ist, nicht nur ein anderer Christus, sondern Christus selbst zu sein, arm, demütig und einsam.“

DT/mlu

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