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Kardinäle rufen zur Erneuerung der „ersten Samstage“ auf

100 Jahre Vision von Schwester Lucia: Die Kardinäle Burke und Sarah sehen in der Wiederentdeckung der Fatima-Andacht eine geistliche Antwort auf die Krisen unserer Zeit.
Pilgerprozession am Heiligtum der Gottesmutter von Fatima
Foto: IMAGO/Adri Salido (www.imago-images.de) | Neuer Anstoß für ein Traditions-Revival: die "ersten Samstage". Im Bild Pilger beim Marienheiligtum in Fatima.

Am 10. Dezember 1925 empfing Lucia dos Santos, die Seherin von Fatima, in Pontevedra (Spanien), wo sie Postulantin bei den Dorotheerinnen war, eine neue Botschaft der Gottesmutter. Maria bat um eine Sühneandacht an den ersten Samstagen von fünf aufeinanderfolgenden Monaten. Zum Jubiläum dieses Ereignisses haben die Kardinäle Raymond Burke und Robert Sarah zu einer weltweiten Erneuerung der „Ersten-Samstag-Andacht“ aufgerufen, wie das US-amerikanische Portal National Catholic Register berichtet.

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Die Andacht umfasst vier Elemente: Beichte, Kommunion, das Gebet von fünf Rosenkranzgesätzen und eine 15-minütige Betrachtung über die Geheimnisse des Rosenkranzes, jeweils mit der Intention der Wiedergutmachung für Beleidigungen gegen das Unbefleckte Herz Mariens.

Die Initiative wird von der „Allianz der ersten Samstage von Fatima“ gefördert, die im Januar 2025 das „Jubiläum der ersten Samstage“ startete. Ziel ist es, die vergessene Bitte Mariens wieder ins Bewusstsein zu rücken und möglichst viele Gläubige zur Teilnahme zu bewegen. Koordinator Régis de Lassus betont: „Die spirituelle und geopolitische Lage ist katastrophal. Der Himmel wartet seit hundert Jahren auf unsere Antwort.“

Lieber ein inbrünstiger Rosenkranz als viele lauwarme

Die Allianz bietet auf ihrer Website Materialien, monatliche Meditationen und eine Übersichtskarte, die Gruppen vernetzt und zur Gründung neuer Gemeinschaften ermutigt. Einzelpersonen sind eingeladen, die Andacht auch privat zu praktizieren.

Kardinal Burke erinnerte im Juni in einer Predigt im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Wisconsin an den bleibenden Wert der Botschaft: Die Beharrlichkeit Mariens sei „ein Ausdruck ihrer unerschöpflichen mütterlichen Liebe“. Entscheidend sei nicht die äußere Form, sondern eine Haltung ständiger Umkehr.

Kardinal Sarah unterstützt die Initiative ebenfalls. Er verweist auf eine Vision, als das Jesuskind Lucia erklärte, Gott sei ein mit Inbrunst gebeteter Rosenkranz lieber als viele lauwarme. Die Andacht ist kein isolierter Akt, sondern Ausdruck eines Lebensstils, der auf Bekehrung und Sühne ausgerichtet ist.

Die Initiative hat bereits beachtliche Resonanz gefunden. In Burundi etwa versammelten sich am ersten Samstag im Mai 2025 rund 10.000 Gläubige – erstmals seit der Botschaft von 1925 eine gesamte Ortskirche, die kollektiv der Bitte Mariens folgte. Auch in anderen Ländern wächst das Interesse: Klöster, Bischöfe und Wallfahrtsorte greifen die Praxis wieder auf. Im August veranstaltete die Allianz eine Novene mit der Bitte, Papst Leo XIV. möge die Andacht im Heiligen Jahr 2025 hervorheben.

Eine vergessene Praxis

Hintergrund ist die Vision vom Dezember 1925: Maria zeigte Lucia ihr von Dornen umgebenes Herz und bat um Trost und Wiedergutmachung. „Allen, die an fünf aufeinanderfolgenden ersten Samstagen die Beichte ablegen, die Kommunion empfangen, den Rosenkranz beten und über seine Geheimnisse meditieren, werde ich in der Todesstunde mit allen Gnaden beistehen“, sagte die Gottesmutter.

Maria nannte zwei Bedingungen für das Ende der Kriege: die Einhaltung der ersten Samstage in der gesamten Kirche und die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz. Die zweite Bitte wurde 1929 bekräftigt und von verschiedenen Päpsten aufgegriffen. Doch die Praxis der ersten Samstage sei, so de Lassus, „weitgehend in Vergessenheit geraten“.

Die Allianz blickt über das Jubiläumsjahr hinaus. Am 13. Juni 2029 jährt sich die Bitte um die Weihe Russlands zum 100. Mal. De Lassus betont: „Wir müssen mehr denn je daran arbeiten, der Muttergottes zu gehorchen – mit dem Rosenkranz und den ersten Samstagen. Ihr Triumph könnte innerhalb dieser Jahre geschehen. Aber es hängt von uns ab.“ (DT/jg)

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