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Historikerin weist Vorwürfe gegen Johannes Paul II. zurück

Polnische Historikerin: Vorgehen von Kardinal Wojtyła gegenüber pädophilen Priestern war korrekt und lag „über den Standards der damaligen Zeit“.
Vorgehen von Kardinal Wojtyła gegenüber pädophilen Priestern war korrekt
Foto: Meetschen | Eine habilitierte Historikerin des „Instituts des Nationalen Gedenkens“ (IPN) weist im Gespräch mit der „Katholischen Nachrichten Agentur“ Polens (KAI) die angeblichen „Enthüllungen“ zu Johannes Paul II.

Dramatische Wende in der „Causa Wojtyła“: Eine habilitierte Historikerin des „Instituts des Nationalen Gedenkens“ (IPN), Łucja Marek, die seit Jahren in den Akten über Karol Wojtyła forscht, weist im Gespräch mit der „Katholischen Nachrichten Agentur“ Polens (KAI) die angeblichen „Enthüllungen“ aus Marcin Gutowskis TV-Reportage „Franciszkańska 3“ und Ekke Overbeeks Buch „Maxima culpa“ vollständig zurück. Die Forscherin belege den Worten des „KAI“-Chefredakteurs Marcin Przeciszewski nach, dass „die Schlussfolgerungen dieser Autoren keine Grundlage in den tatsächlichen, im IPN hinterlegten Dokumenten haben“. Laut Przeciszewski liefere die Historikerin eine „vollständige wissenschaftliche Dekonstruktion“ der „Werke“ von Gutowski und Overbeek, die beweise, dass das Vorgehen von Kardinal Wojtyła gegenüber pädophilen Priestern korrekt gewesen sei und sogar „über den Standards der damaligen Zeit“ gelegen habe.

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„Meiner Meinung nach bringen uns sowohl der Film von Gutowski als auch das Buch von Overbeek nicht näher an die Wahrheit“, so Marek. „Die Forschungen, die ich als Historiker an denselben Quellen durchführe, kommen zu anderen Ergebnissen. Aus den mir bekannten Dokumenten geht hervor, dass Kardinal Wojtyla immer dann reagierte, wenn er Informationen über Missbräuche von Priestern gegenüber Minderjährigen erhielt.“

Die Wissenschaftlerin erklärt, dass das, was die genannten Autoren geschrieben hätten, „eine ahistorische Interpretation und eine ahistorische Bewertung der Quellen der ehemaligen UB (Ministerium für Staatssicherheit) und SB (Sicherheitsdienst) ist, die sich heute in den Beständen des Instituts des Nationalen Gedenkens befinden“.

„Ahistorisches“ Vorgehen der angeblichen „Enthüllungs“-Journalisten

„Ahistorisch“ sei das Vorgehen der Journalisten, „weil das Verhalten und die Entscheidungen der Menschen von damals, einschließlich Kardinal Karol Wojtyłas selbst, durch das Prisma des heutigen Wissens bewertet werden, während die Realitäten der damaligen Zeit ignoriert werden. Die Autoren versäumen es auch, den weiteren historischen Kontext zu berücksichtigen, d. h. das gesellschaftliche Bewusstsein der damaligen Zeit, insbesondere die Situation der Kirche in einem totalitären Staat. Darüber hinaus ist sowohl bei Gutowski als auch bei Overbeek ein unzuverlässiger Umgang mit den ihnen zugänglichen Dokumenten festzustellen. Die von ihnen analysierten Dokumente wurden selektiv behandelt. Aus ihnen wurden nur die Informationen und Passagen entnommen, die in gewisser Weise der These entsprechen, die die Autoren zu belegen versuchen, oder sie wurden, wie im Fall von Overbeek, in unzulässiger Weise überinterpretiert. Es fehlt an Analysen und Schlussfolgerungen auf der Grundlage der Gesamtheit des überlieferten Materials in einem bestimmten Fall“, so Marek weiter gegenüber KAI.  DT/mee

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