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Grech und Hollerich: Keine Manipulation der Bischofssynode

Statt Themen durchzusetzen, müsse es darum gehen, in der Treue zum Wort Gottes und zur Tradition auf die Stimme des Heiligen Geistes hören, schreiben die Kardinäle an die Diözesanbischöfe.
Papstwahl im Vatikan
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Synodalität sei nur mit der Kollegialität der Boschöfe möglich, die gemäß Lumen Gentium cum et sub Petro dazu berufen seien, die Kirche „im Band des Friedens, der Liebe und der Einheit zu vertreten“, sagen die ...

In einem Brief an die Bischöfe haben die Kardinäle Mario Grech, Generalsekretär der Bischofssynode, und Jean Claude Hollerich aus Luxemburg an die bischöfliche Kollegialität appelliert und davor gewarnt, zu hohe Erwartungen an die Bischofssynode zu stellen oder sie gar zu instrumentalisieren. Das eigentliche Ziel sei es, auf die „Stimme des Heiligen Geistes zu hören“, zu unterscheiden - und so zu lernen, eine synodale Kirche zu sein.

Die Logik des weltweiten Synodalen Prozesses 

Es sei ihnen ein dringendes Anliegen, „ein gemeinsames Verständnis des synodalen Prozesses“ zu erlangen. Es gäbe nämlich einige, „die sich anmaßen, bereits zu wissen, wie die Schlussfolgerungen der Synodalversammlung lauten werden“, so die Kardinäle. Andere würden der Synode eine Tagesordnung aufzwingen wollen, um so die „Diskussion zu lenken und deren Ergebnisse zu beeinflussen“.

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Ausgehend von den Beiträgen aus den Bistümern der Welt, müsse man aufeinander und auf den Geist Gottes hören und dann einen „gemeinsamen Kurs“ zu finden, wobei die Hirten „gemeinsam ihr Charisma der Unterscheidung ausüben“. Es gehe darum, Synodalität nicht nur als Methode zu begreifen, „sondern sie als Form der Kirche und als Stil zur Erfüllung des gemeinsamen Auftrags der Evangelisierung zu übernehmen“.

Synodalität ist mehr als eine Methode

Im Hören aufeinander würden Seelsorger und Gläubige den synodalen Stil der Kirche erlernen und darin wachsen — „mit der Kirche sentire cum Ecclesia, in der Treue zum Wort Gottes und zur Tradition“. Denn, so erklärten die Kardinäle, wie solle man sich mit „konkreten, oft spaltenden Fragen befassen, ohne zuvor die große Frage beantwortet zu haben, die die Kirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil beschäftigt: Kirche, was sagst du über dich selbst?“

In diesem Sinne soll in der kontinentalen Phase ermittelt werden, „welche Prioritäten, wiederkehrende Themen und Handlungsaufforderungen ... bei der ersten Sitzung der Synodenversammlung im Oktober 2023 diskutiert werden können", zitierten Grech und Hollerich aus dem Dokument für die kontinentale Phase und erinnerten die Bischöfe an ihren Auftrag, „gemeinsam nach Wegen suchen, die der Kirche helfen, das Sakrament der Einheit zu sein; sie ist nämlich das heilige Volk, geeint und geordnet unter den Bischöfen“. Denn Synodalität sei nur mit der Kollegialität der Boschöfe möglich, die gemäß Lumen Gentium cum et sub Petro dazu berufen seien, die Kirche „im Band des Friedens, der Liebe und der Einheit zu vertreten“.  DT/dsc

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Bischof Kardinäle Traditionen Zweites Vatikanisches Konzil

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Christoph Münch

Kirche