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Französischer Bischof bezeichnet aktive Sterbehilfe als "Niederlage"

Der Erzbischof von Renens kritisiert einen Bericht des Rates für Wirtschaft, Soziales und Umwelt, der die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe und den assistierten Suizid befürwortet.
Sterbehilfe
Foto: Sebastian Kahnert (dpa) | ARCHIV - Eine Therapeutin (l) hält am 09.09.2014 in einem Hospiz in Stuttgart (Baden-Württemberg) die Hand einer todkranken Bewohnerin.

Der französische Erzbischof Pierre d'Ornellas von Rennes hat sich kritisch zu einer möglichen Legalisierung der aktiven Sterbehilfe in Frankreich geäußert. „Aktive Sterbehilfe ist immer eine Niederlage“, sagte d'Ornellas der französischen Zeitung „La Croix“ am Mittwoch. Er leitet die Arbeitsgruppe der Französischen Bischofskonferenz zur Reform des Bioethikgesetzes. Frankreich diskutiert derzeit über eine mögliche Legalisierung der aktiven Sterbehilfe. Jüngst hatte der Rat für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (Cese) einen Bericht veröffentlicht, in dem er die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe und den assistierten Suizid befürwortet.

Der Erzbischof kritisiert, der Text enthalte keine ethische Reflexion und gehe weder auf das Leiden, die Freiheit der Person und ihre sozialen Bindungen noch auf die Rolle der Medizin ein. Eine Legalisierung der Sterbehilfe sei auch dann falsch, wenn zugleich ein Ausbau der Palliativmedizin stattfinde. Aktive Sterbehilfe könne niemals als „Pflege“ gesehen werden. „Begleitung bis zum natürlichen friedlichen Tod ist ein Sieg“, so D'Ornellas.

Noch bis Ende April können sich die Franzosen an der Konsultation zur Überarbeitung des Bioethikgesetzes beteiligen. Ein Thema ist die aktive Sterbehilfe. Anfang Juni will der nationale Ethikrat seinen Bericht zu dem Gesetzesvorhaben präsentieren. Bereits im Februar veröffentlichte die Französische Bischofskonferenz Positionen zu den verschiedenen Themen.

DT/KNA

 

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