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Frankfurt: Katholiken und Protestanten feiern gemeinsam

In Frankfurt haben Katholiken und Protestanten eine gemeinsame „Mahlfeier“ abgehalten, doch theologische Differenzen bleiben bestehen.
Eucharistie: In Frankfurt haben Katholiken und Protestanten eine gemeinsame „Mahlfeier“ abgehalten
Foto: imago/robertharding | 2021 erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, dass er Protestanten die Kommunion nicht verwehren würde. Am Sonntag kam es erneut zu einer gemeinsamen „Mahlfeier“.

Am Sonntag haben in Frankfurt Katholiken und Protestanten erneut eine gemeinsame „Mahlfeier“ abgehalten. Der Leiter der katholischen Stadtkirche, Michael Thurn, erklärte, dass zwar noch keine generelle Einladung zum Empfang der Kommunion ausgesprochen werden könne, jedoch die Gewissensentscheidung eines Protestanten, die Eucharistie zu empfangen, zu respektieren sei. Dies berichtet das Portal „katholisch.de“.

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Bereits zuvor hatten sich Theologen und Bischöfe für eine Öffnung der Kommunion ausgesprochen. Im Jahr 2021 hatten im Rahmen des Ökumenischen Kirchentags Protestanten die Kommunion empfangen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, erklärte damals unter Berufung auf die persönliche Gewissensentscheidung, dass er Protestanten die Teilnahme an der Heiligen Kommunion nicht verwehren würde. Aus dem Vatikan kam seinerzeit prompte Kritik. In einem Schreiben an Bätzing formulierte das Dikasterium für die Glaubenslehre eine theologisch begründete Absage an die „Interkommunion“. Hintergrund der damaligen Aktion auf dem Kirchentag war, dass ein vom Ökumenischen Arbeitskreis herausgearbeitetes Papier die "Mahlgemeinschaft" mit Protestanten gefordert hatte.

Die Interkommunion ist umstritten, weil Katholiken und Protestanten ein unterschiedliches Verständnis der Eucharistie vertreten. Katholiken glauben an die Realpräsenz. Nach der katholischen Lehre von der Transsubstantiation wird die Substanz von Brot und Wein während der Messe durch die Konsekrationsworte in die Substanz des Leibes und Blutes Christi verwandelt, während die sogenannten „Akzidentien“, die äußeren Gestalten, unverändert bleiben.

Keine einheitliche Lehre

Protestanten sind untereinander gespalten, was die Lehre bezüglich der Realpräsenz angeht. Zwingli lehnt eine substantielle Gegenwart Christi im Abendmahl ab und sieht Brot und Wein nur als Zeichen für die Erinnerung an das Opfer Christi. 1529 scheitert das „Marburger Religionsgespräch“ zwischen Luther und Zwingli, da Luther auf der realen Gegenwart Christi im Abendmahl besteht. Allerdings lehnt Luther die Lehre von der Transsubstantiation ab. Er vertritt die Konsubstantiation. Danach ist Christus in der Eucharistie gleichzeitig mit Brot und Wein gegenwärtig, wobei die Substanzen von Brot und Wein bestehen bleiben, während die Substanz des Leibes und des Blutes Christi hinzukommt. Calvin teilt Zwinglis Sicht und sieht das Brot sowie den Wein ebenfalls nur als „Merkzeichen“. Er betont, dass Christus im Himmel erhöht ist und der Heilige Geist die Gläubigen nur geistlich mit ihm verbindet, nicht durch irdische Elemente. (DT/jna)

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