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Ex-Kirchenmitarbeiter in Chile wegen Missbrauchsverdacht in Haft

Dem Ex-Kanzler des Erzbistums Santiago, Oscar Munoz Toleda, wird Missbrauch in neun Fällen vorgeworfen. Er war Anfang 2018 vom Erzbistum suspendiert worden, nachdem er sich vor dem Besuch von Papst Franziskus in Chile selbst beschuldigt hatte.
Papstmesse in Iquique
Foto: Paul Haring (KNA) | Papst Franziskus beim Auszug nach dem Gottesdienst am Strand "Campus Lobito" nahe Iquique (Chile) am 18. Januar 2018.

In Chile ist der Ex-Kanzler des Erzbistums Santiago, Oscar Munoz Toledo (56), wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs festgenommen worden. Wie der Sender ADN am Donnerstag (Ortszeit) berichtet wird dem Mann Missbrauch in neun Fällen vorgeworfen. Die Opfer sollen zwischen elf und 17 Jahre alt sein. Munoz war Anfang 2018 vom Erzbistum suspendiert worden, nachdem er sich zwei Wochen vor dem Besuch von Papst Franziskus in Chile selbst beschuldigt hatte. Santiagos Erzbischof, Kardinal Ricardo Ezzati, erklärte in einer Stellungnahme am Donnerstag, die Justiz habe nun das letzte Wort. Er solidarisiere sich mit den Opfern und fühle großen Schmerz für Munoz, seine Familie und die Opfer. Das Erzbistum wolle mit der Justiz zusammenarbeiten.

Chiles Kirche wird von einem Missbrauchsskandal erschüttert, der seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Im Brennpunkt steht der inzwischen 87-jährige charismatische Priester Fernando Karadima, der 2011 wegen sexueller Vergehen verurteilt wurde. Aus seinem Kreis gingen mehrere Bischöfe hervor, unter ihnen auch Juan Barros von Osorno, der von Opfern Karadimas der Mitwisserschaft beschuldigt wird.

Papst Franziskus hatte zur Klärung der Vorwürfe eigens die gesamte Chilenische Bischofskonferenz in den Vatikan gebeten. Inzwischen nahm Franziskus neben dem Rücktritt von Barros vier weitere Rücktrittsgesuche von Bischöfen an.

DT/KNA

 

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