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Elmar Nass plädiert für ein allgemeines Dienstjahr

Der Kölner Sozialethiker möchte junge Erwachsene fit für die Demokratie machen.
Sozialethiker Elmar Nass
Foto: privat | Sozialethiker Elmar Nass.

Der Kölner Sozialethiker Elmar Nass befürwortet die Einführung eines allgemeinen Dienstjahres für junge Erwachsene. Im Hinblick auf den von mehreren Politikern geäußerten Vorschlag eines sozialen Pflichtjahres gibt Nass zu bedenken, dass dieses weder die Wehrhaftigkeit der Bundeswehr stärken noch den Pflegenotstand beseitigen. Nass setzt auf Freiwilligkeit und Bildung. Ein allgemeines Dienstjahr könne einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie leisten.

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Wörtlich erklärt der an der Kölner Hochschule für Theologie lehrende Sozialethiker: „(Die Demokratie) ist gerade massiv gefährdet. Etwa durch eine fehlende gesellschaftliche Vision von Freiheit und Demokratie, die begeistert und eint. Durch Politikverdrossenheit und starke Fliegkräfte an den politischen Rändern. Durch eine fehlende Argumentations- und Streitkultur sowie fehlende Toleranz außerhalb der eigenen Bubbles: Dadurch wird der pluralistische Friedensgedanke Sozialer Marktwirtschaft unterminiert. Durch eine akademische Arroganz, die alternative Bildungswege und Handwerk abwertet. Durch eine zunehmende Gewaltbereitschaft, die ideologische Wahrheitsdogmen der Gesellschaft aufzwingt. Siehe etwa die Letzte Generation. Durch ein fehlendes Bewusstsein für gute Werte und Orientierung. Durch eine schleichend grassierende Dekonstruktion von persönlicher und sozialer Identität: Familie, Religion, Heimat, Geschlecht verschwimmen. Durch eine voranschreitende Aufweichung der unbedingten Menschenwürde am Lebensanfang und -ende.“ 

Für Wertebewusstsein und Abwehrkraft für die Demokratie

Nass zufolge geht die schwindende Bereitschaft der selbständigen Meinungsbildung einher mit der Gefahr der abnehmenden Demokratiekompetenz. Ein Dienstjahr für Volljährige könne ein wichtiger Baustein für Wertebewusstsein, Achtsamkeit, Mut, Neugier, Führungsqualität und vor allem Abwehrkraft gegenüber den Gefahren für die freiheitliche Demokratie. Ein so gedachtes Dienstjahr widerspreche zudem nicht den Zielen und der Anerkennung sozialer Berufe. Vielmehr trage es deren professionelle Kompetenz in die Breite der Gesellschaft hinein und sei damit die beste Werbung für die Wertschätzung solcher Kompetenz. DT/reg

Lesen Sie das Plädoyer für ein allgemeines Dienstjahr von Elmar Nass in der kommenden Ausgabe der „Tagespost“.

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