Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Gedenktag von Papst Johannes Paul II.

Ein treuer Diener des Kreuzes

Krzysztof Kranicki ist Stadtpfarrer von Wolfsberg in Kärnten. Am Gedenktag von Johannes Paul II. spricht er mit der „Tagespost“ über den Heiligen als Vorbild und Fürsprecher.
Papst Johannes Paul II in der Münchner Frauenkirche
Foto: Sammy Minkoff via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

„Die Zukunft hängt an der Liebe“, so der Priester und spätere Heilige, der die römisch-katholische Kirche in das dritte Jahrtausend führte: Johannes Paul II. Von 1978 bis zu seinem Tod war er Papst. Der Pole prägte sein Pontifikat durch zahlreiche Auslandsreisen und seinen Einsatz für soziale Gerechtigkeit, Frieden und die Würde des Menschen. Seiner gedenkt die Kirche am heutigen Dienstag – in Anlehnung an seine Papst-Einführung am 22. Oktober 1978.

Pfarrer Kranicki, wie begehen Sie den Gedenktag des heiligen Johannes Paul II.?

Das ist für mich jedes Jahr ein ganz besonderer Tag. Selbstverständlich werde ich eine heilige Messe feiern, um 18 Uhr in der Hauskapelle bei der Markuskirche. Heute werden wir die Messtexte vom heiligen Johannes Paul II. lesen und im Gebet um seine Fürsprache bitten, anschließend gibt es den Einzelsegen mit seiner Reliquie.

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Was bedeutet Ihnen der Heilige?

Er ist mein Landsmann, der mich geprägt und inspiriert hat. Er bedeutet mir viel, besonders was meine priesterliche Identität angeht. Bei der Beerdigung vom Papst Johannes Paul II. war ich am Petersplatz in Rom als Seminarist dabei, und als das Evangelium mit den Worten „Folge mir nach“ verkündet wurde, habe ich wieder aufs Neue meine Berufung zum Priester verspürt. Sein Lebensweg beeindruckt mich, vor allem, weil seine Kraft aus dem Gebet, also seiner innigen Beziehung zum barmherzigen Vater kam. Als Jahrhundertpapst und Friedensapostel hat er in vielen Bereichen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens wichtige Spuren hinterlassen. Was mir besonders wertvoll scheint, ist seine Beziehung zur heiligen Schwester Faustina: Dem heiligen Johannes Paul verdanken wir die Einführung vom Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit und die wichtigen Worte: „Wir bedürfen der Barmherzigkeit, damit jede Ungerechtigkeit in der Welt im Glanz der Wahrheit ein Ende findet. (…) Im Erbarmen Gottes wird die Welt Frieden und der Mensch Glückseligkeit finden!“

Er ist ein großes Vorbild als ein Mensch des Gebets, als Theologe und als ein treuer Diener des Kreuzes. Ich glaube fest daran, dass er jetzt als Heiliger unser Fürsprecher im Himmel ist. Auch in meiner priesterlichen Tätigkeit hilft er mir, gute Entscheidungen zu treffen.

Pfarrer Krzysztof Kranicki
Foto: privat | Pfarrer Kranicki

Und Ihre Pfarrei?

Seit 2016 bewahren wir hier im Lavanttal im Karmel Himmelau seine Blutreliquien auf. Die Menschen erinnern sich an ihn als einen herzlichen und offenen Papst, der die katholische Kirche lange geleitet und geführt hat. Es gibt keine spezielle Gebetsgruppe oder ihm gewidmete Aktion. Aber durch seine Reliquie und immer noch lebendige Erinnerung ist er unter uns gegenwärtig. Und seine Enzykliken sind zeitlos. Ich zitiere sie oft in meinen Predigten und Katechesen, weil die Texte tief und aktuell sind.

Haben sich auf die Fürsprache Johannes Pauls II. Wunder in Ihrer Pfarrei und Umgebung ereignet?

Ich höre sehr oft, dass er vor allem für die Familien eine große Bedeutung hat. Er hilft ihnen in Krisenzeiten zur Versöhnung, und tritt für die Heiligung der Familien ein. Auch bei unerfülltem Kinderwunsch kann man zu ihm beten. Auf seine Fürsprache hin schenkt Gott neues Leben.

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Themen & Autoren
Elisabeth Hüffer Johannes Paul Johannes Paul II. Pfarrer und Pastoren Päpste Römisch-katholische Kirche

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