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Die rote Linie des Papstes

Papst Franziskus erinnert die Bischöfe an ihre Pflicht, für die Lehre einzustehen. Das zeigt: Seine „Basta-Kommunikation“ wirkt.
Papst Franziskus weicht in puncto Frauenweihe nicht von der Linie seiner Vorgänger ab
Foto: Andrew Medichini (AP) | Der Papst weicht in puncto Frauenweihe nicht von der Linie seiner Vorgänger ab und rückt damit auch die Erwartungen an die Kommission zurecht, die in seinem Auftrag den Diakonat weiter untersuchen soll.

Die Begegnung mit den deutschen Bischöfen hat Papst Franziskus offensichtlich wenig beeindruckt. Unmittelbar nach ihrem Ad-limina-Besuch steckt er der Konferenz erneut Grenzen. Sein klares Nein zur Frauenweihe im amerikanischen Jesuitenmagazin „America“ ist umfassend zu deuten: Wer gehofft hatte, zunächst die Tür zum Diakonat der Frau aufzustoßen und anschließend die Zulassung von Frauen zur Priesterweihe anzupeilen, wird spätestens jetzt umdenken müssen.

Bischofskonferenzen sind für den Papst nachrangig

Der Papst weicht in puncto Frauenweihe nicht von der Linie seiner Vorgänger ab und rückt damit auch die Erwartungen an die Kommission zurecht, die in seinem Auftrag den Diakonat weiter untersuchen soll. Dass am Ende der einschlägigen Beratungen die Weihe katholischer Diakoninnen als Etappenziel zur Priesterinnenweihe am kirchlichen Horizont auftaucht, ist schlicht unrealistisch.

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Nicht minder pikant ist das päpstliche Argument, Jesus habe keine Bischofskonferenzen erschaffen. Schon Joseph Ratzinger appellierte weiland unermüdlich an die Eigenverantwortung der Bischöfe und warnte davor, die Rolle der Bischofskonferenzen zu überschätzen. Letztere ist auch für Papst Franziskus eine nachrangige Einrichtung: Ihr Vorsitzender darf jedenfalls nicht als Oberbischof betrachtet werden, sondern soll lediglich als Moderator in Erscheinung treten. Im kirchenpolitisch aufgeheizten Klima des deutschen Katholizismus ist das weitgehend in Vergessenheit geraten.

Papst Franziskus erinnert die Bischöfe nun wieder an ihre Pflicht, selbst für die Lehre einzustehen. Man lasse sich daher nicht von Bischof Overbecks These täuschen, die römische „Basta-Kommunikation“ habe keinen Erfolg. Das Gegenteil ist der Fall. Sie greift gerade. Der Papst wendet sie nicht nur hinter verschlossenen Türen, sondern in aller Öffentlichkeit an. Eine Woche nach dem Ad-limina-Besuch der deutschen Hirten zieht er allen Katholiken – auch den deutschen - rote Linien.

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