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Deutsche Bischöfe begehen Osternacht im Zeichen der Krise

In der Feier des größten Freudenfestes der Christenheit sind in diesem Jahr auch manche dunkle Töne zu hören. In der Osternacht erinnern deutsche Bischöfe an aktuelle Probleme in der Kirche.
Die Osterkerze erleuchtet die Osternacht.
Foto: dpa | Eine Hand hält sich schützend vor die Flamme einer Osterkerze.

Der Limburger Bischof Georg Bätzing sieht die katholische Kirche in Deutschland in einer tiefen Krise. Ihn koste es in diesem Jahr mehr Kraft als sonst, seinen Glauben an Ostern froh zu bekennen, sagte Bätzing bei der Feier der Osternacht im Limburger Dom. "Die Stürme, in die wir als Kirche geraten sind, durch Versagen und persönliche Schuld, bleiben auch mir nicht in den Kleidern stecken."

Er selbst spüre, dass die Kirche fragwürdig geworden sei. "Das trifft ins Mark und geht bis an die Substanz des Glaubens", so der Bischof. Menschen zweifelten an der Existenz Gottes, an seiner Güte und an seinem Willen, sich als Gott der Freiheit und des Erbarmens zu erweisen. Zugleich werde an Ostern aber deutlich, sagte Bätzing, dass der auferstandene Christus den Glauben an Gott wecken wolle. Es gehe um einen Glauben, der das bisherige Leben auf den Kopf stellen und völlig neu ausrichten könne.

Wiesemann hofft auf „Neuaufbau der Kirche“

Auch der Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, nehme bis in den „innersten Kern der Gläubigen“ tiefe Verunsicherungen wahr. Er hoffe, dass die Kirche den „erdrutschartigen Verlust an Glaubwürdigkeit und Glauben“ wieder ausgleichen kann, sagte er in der Osternacht. Sinnbild der Kirchenkrise seien für ihn die Bilder der brennenden Pariser Kathedrale Notre-Dame gewesen. "Stürzt nicht vieles, was bis vor kurzem noch sicher und ewig schien, haltlos in sich zusammen?"

An Ostern aber, so Wiesemann, könne dennoch die Hoffnung auf neue Aufbrüche wachsen. "Es ist die Stunde, auf den lebendigen Geist des Auferstandenen zu vertrauen, auf die wie das Morgenlicht heranbrechende Wirklichkeit seiner Auferstehung, die jeden von uns hier und heute zu Trägern seines Feuers machen will." Er hoffe, dass sich viele für einen "Neuaufbau der Kirche" begeistern ließen. Dazu brauche es gemeinsame synodale Wege, leidenschaftliche Diskussionen und auch "den Mut, Spannungen miteinander auszuhalten". Ein Rückzug hinter "sicher gemeinte Mauern" sei nicht der richtige Weg.

Voderholzer stärkt Priestern den Rücken

Bereits am Gründonnerstag hatte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer seinem Klerus unter dem Eindruck der Missbrauchskrise den Rücken gestärkt. „Angesichts eines bisweilen sogar unverhohlen öffentlich geäußerten Generalverdachts gegen die Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter“ sei es ihm ein Anliegen, diese seiner Solidarität zu versichern. Voderholzer stelle sich vor seine Mitarbeiter, die „in ihrer überwältigenden Mehrheit einen hervorragenden Dienst in der Verkündigung des Evangeliums und in der Weitergabe des Glaubens“. Zugleich schmerze es ihn, dass es in ihren Reihe auch „schwarze Schafe“ gegeben habe, „gerade angesichts vieler zerstörter Kinderseelen, die an Gott geradezu irre werden mussten“.

(DT/KNA)

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