Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Das Kölner Konzept ist stimmig

Der Eucharistische Kongress in Köln zeigt, wie Neuevangelisierung heute Generationen verbindet und Gräben überwindet.
Monstranz: Vor dem Allerheiligsten vereint
Foto: Imago/Panama Pictures | Vor dem Allerheiligsten vereint: Anbetung als Herzstück eines neuen missionarischen Aufbruchs.

Die vielen erfreulichen Initiativen, die in den letzten Jahren zur Förderung der Neuevangelisierung entstanden sind, haben viel Gutes für den Missionsgeist bewirkt und zugleich eine Lücke spürbar werden lassen. Denn die Pfingstfestivals der Loretto-Gemeinschaft, Zim-Zum, SEEK und die Adoratio-Kongresse sind in erster Linie auf ein junges Publikum zugeschnitten.

Lesen Sie auch:

Was sie nicht leisten können, ist dem Eucharistischen Kongress „Kommt und seht“ in Köln im ersten Aufschlag gelungen: mit einem Glaubensfestival alle Generationen und sozialen Schichten einzubinden. Dazu brauchte es im deutschsprachigen Raum einen neuen Ansatz. Ein Katholikentreffen heute ist keine Gegenbewegung zu Katholikentagen mehr – zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken haben viele junge Gläubige heute nicht den leisesten Bezug.

Kämpferischer Elan seltener geworden

Somit geht ihnen auch das Bedürfnis ab, sich davon abzugrenzen. Der kämpferische Elan, der von Katholikentreffen wie „Freude am Glauben“ ausging, ist heute seltener geworden. Die Säkularisierung verlangt ihren Tribut: In der entkirchlichten Gesellschaft und der Vereinsamung vieler Gläubigen in ihren Gemeinden wächst die Sehnsucht nach Gebetsgemeinschaften.

Die eucharistische Anbetung ist nicht nur im Hinblick auf die 750-Jahrfeier der ersten Fronleichnamsprozession in Köln ein stimmiger Ansatz: Sie ermöglicht es auch, das liturgische Streitpotenzial innerhalb der katholischen Kirche zu entschärfen. Vor dem ausgesetzten Allerheiligsten finden Gläubige mit unterschiedlichen liturgischen Überzeugungen Ruhe – und auch Gottsucher, die Christus noch entdecken sollen.

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig Jesus Christus Neuevangelisierung Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Der US-Bischof kritisiert den deutschen Sonderweg und plädiert für eine Synodalität, welche auf pastorale Praxis statt dauerhafte Grundsatzdiskussionen setzt.
09.01.2026, 10 Uhr
Meldung
Seit 2000 in Deutschland, bietet der Sender dort mittlerweile täglich 24-stündiges Programm – um Christus zu den Menschen zu bringen. Grund, das am Samstag in Köln zu feiern!
03.10.2025, 14 Uhr
Meldung

Kirche

Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Bei der letzten Sitzung der Synodalversammlung in Stuttgart geht es um Bilanz, Reformperspektiven und den Übergang zur Synodalkonferenz. Ob Rom dem Gremium zustimmen wird, ist weiterhin offen.
09.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst
Mirko Cavar, früher Freikirchler, heute Katholik, lobt die Ökumene bei der MEHR-Konferenz. Er meint, die einzelnen Konfessionen könnten viel voneinander lernen.
08.01.2026, 13 Uhr
Elisabeth Hüffer