Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Chile: Kläger in Missbrauchsverfahren zeigen Härte

Die Kläger in einem Schadensersatzverfahren gegen die chilenische katholische Kirche wegen sexuellen Missbrauchs haben einen Vergleich ausgeschlossen.
Missbrauchsskandal in Chile
Foto: Luis Hidalgo (AP) | Eine Taube fliegt über eine Statue von Kardinal Jose Maria Caro vor der Kathedrale. Foto: Luis Hidalgo/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Sie stünden nicht dafür zur Verfügung, "das Ansehen von vertuschenden Kardinälen für nichts weißzuwaschen", erklärte Jose Andres Murillo stellvertretend für seine Mitkläger Juan Carlos Cruz und James Hamilton am Mittwoch via Twitter.

Es geht um über eine halbe Million Euro

In dem Prozess geht es um die Forderung von umgerechnet 572.000 Euro gegen das Erzbistum Santiago. Anlass sind sexuelle Vergehen durch den Priester Fernando Karadima (88), der im Mittelpunkt des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche Chiles steht. Karadima wurde inzwischen von Papst Franziskus in den Laienstand zurückversetzt.

Anerkennung der Schuld und Übernahme der Verantwortung gefordert

Murillo verlangte eine Anerkennung der Schuld und Übernahme der Verantwortung, eine Vergebungsbitte und Wiedergutmachung. Es gebe keine "lauwarmen Schlichtungen", so Murillo. Der Anwalt der drei Kläger, Juan Pablo Hermosilla, erklärte laut der chilenischen Zeitung "El Mercurio" (Mittwoch), am jetzigen Punkt seien die Möglichkeiten eines Vergleichs mit dem Erzbistum erschöpft. Mehrere Versuche während des Verfahrens seien "an der Verbohrtheit und Arroganz der Kirche gescheitert".

Die Kläger werfen sowohl dem von 1998 bis 2010 als Erzbischof von Santiago amtierenden Kardinal Francisco Errazuriz als auch dessen Nachfolger Kardinal Ricardo Ezzati vor, eine kirchliche und zivile Strafverfolgung Karadimas bewusst verhindert zu haben.

DT (jbj) / KNA

Verpassen Sie nichts aus unserer vollständigen Berichterstattung zur Debatte um McCarrick und dem Missbrauchsskandal. Einfach hier kostenlos anmelden.

Themen & Autoren
Katholische Kirche Missbrauchsaffären Missbrauchskrise Papst Franziskus Sexueller Missbrauch

Weitere Artikel

Weil Münchens Stadtoberhaupt Dieter Reiter Einkünfte verheimlichte, droht ihm nun der Abschied vom Amt.
09.03.2026, 14 Uhr
Henry C. Brinker
Der Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat eine Beschwerde zu Ikonen in Gerichten angenommen. Die Entscheidung könnte in der Frage nach „staatlicher Neutralität“ Maßstäbe setzen.
21.01.2026, 14 Uhr
José García
Ob digitaler Euro oder Geldwäschebekämpfung: EU-Regelungen ermöglichen zunehmend den Zugriff auf private Ersparnisse. Müssen sich Anleger Sorgen machen?
15.12.2025, 13 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Das vatikanische Appellationsgericht ordnet die Wiederholung des Verfahrens gegen Kardinal Angelo Becciu an. Ein Grund: wie Papst Franziskus in die Verhandlungen eingegriffen hat.
01.04.2026, 08 Uhr
Giulio Nova
Wohl auch eine ganz konkrete Anspielung: Papst Leo predigt am Palmsonntag über Gott, der den Krieg ablehnt. Eine Änderung der katholischen Lehre ist damit nicht verbunden.
31.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Welticke
Die dazugewonnene Zeit bietet mehr für Freizeit, Familie, Freunde und Engagement – aber vor allem auch für Gott. Ein Erfahrungsbericht.
01.04.2026, 07 Uhr
Jonathan Prorok