Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Missbrauch

Bund der Deutschen Katholischen Jugend setzt deutsche Bischöfe unter Druck 

Ein Forschungsprojekt des Dachverbandes soll die DBK finanzieren. Vorstudie Ende Januar soll Bischöfe überzeugen. Im Falle der Weigerung sehen die Jugendfunktionäre eine Eskalation vor. 
Geld der Kirche
Foto: drizzd via imago-images.de (www.imago-images.de) | Der BDKJ setzt die deutschen Bischöfe unter Druck. Geld für eine umstrittene Studie zur Verfügung zu stellen.

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) plant einem internen Papier zu Folge, das der Tagespost vorliegt, ein Forschungsprojekt, um Erkenntnisse für die zukünftige Prävention sexualisierter Gewalt zu gewinnen. Ferner soll eine Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt errichtet werden. Zudem ist für die verbandlichen Strukturen die Einrichtung einer Aufarbeitungskommission beschlossen worden. Dem Papier zu Folge sieht der BDKJ, der sich als Teil der katholischen Kirche betrachtet, die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) in der Verantwortung, entsprechende Mittel bereitzustellen. Andere Finanzierungsquellen schließt das Papier aus. Auch Eigenmittel will der BDKJ nicht dafür aufwenden. Der BDKJ-Bundesvorstand plant dem Papier zu Folge mit einer Summe von 800.000 Euro für einen 3-jährigen Prozess.

Lesen Sie auch:

Bischöfe sollen zahlen

Diese Mittel soll gemäß Plan des BDKJ der Verband der Deutschen Diözesen (VDD) bereitstellen. Der VDD ist der Rechtsträger der Deutschen Bischofskonferenz. Es sollen dem BDKJ zufolge vor allem die Diözesanbischöfe und Generalvikare von dem Vorhaben überzeugt und auf ihre Verantwortung angesprochen werden. Intern gibt das Papier zu bedenken, dass Bischöfe besonders auf öffentlichen Druck hin bereit seien, „sich zu bewegen“. Bis dato, so ist in den Papier zu lesen, hat der VDD die Finanzierung der Studie abgelehnt. Am 26. Januar diesen Jahres sei dem Papier zu Folge die Veröffentlichung einer Vorstudie geplant. Danach sei der VDD, so das Papier, wieder zu Gesprächen bereit.

Aufbau von Druck eingeplant

In mehreren Eskalationsstufen will der BDKJ den Druck auf die Bischöfe erhöhen, um die Finanzierung durchzusetzen. Als Partner dabei sieht der BDKJ das Büro der Unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), das ZdK und den Betroffenenbeirat. Als letzte Eskalationsstufe nennt das Papier im Falle der Nicht-Finanzierung durch die DBK solle daraus ein öffentlicher Vorwurf werden. Es solle, so das Papier durch die Medien massiver Druck aufgebaut werden. DT/pwi

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Bund der Deutschen Katholischen Jugend Deutsche Bischofskonferenz Sexueller Missbrauch Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Einem Planungspapier zufolge sollen künftig journalistische Inhalten durch „algorithmische Empfehlungssysteme“ bewertet werden. Das könnte Einfluss auf deren Sichtbarkeit haben.
05.06.2026, 13 Uhr
Sebastian Sasse
Wie Eltern, deren Kinder Opfer sexuellen Missbrauchs geworden sind, Orientierung finden können, ohne zusätzlich zu verletzen.
02.02.2026, 19 Uhr
Markus Hofmann

Kirche

Anfang Juni fand in Lednica eines der größten christlichen Jugendtreffen in Polen und das größte regelmäßige Event dieser Art in Europa statt. 
18.06.2026, 12 Uhr
Meldung
Danke, Heiliger Geist! Die Krise der Kirche und die Negativschlagzeilen über Missstände können das Feuer, das viele Konvertiten und Taufbewerber mitbringen, nicht ersticken.
19.06.2026, 09 Uhr
Regina Einig
Papst Leo XIV. skizziert Wege zur Heiligkeit: Eine theologische Deutung seiner Spanienreise.
18.06.2026, 19 Uhr
José Francisco Serrano Oceja
Der selige Jesuit Thomas Woodhouse wurde unter Elisabeth I. als Verräter hingerichtet. Sein Verbrechen: die Treue zum katholischen Glauben und zum Papst in Rom.
19.06.2026, 05 Uhr
Claudia Kock