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Bücherverbrennungen in Polen: Priester entschuldigt sich

Er habe keine bestimmten Autoren, Religionen oder soziale Gruppen verurteilen wollen, sondern die Kultur, die die verbrannten Gegenstände symbolisierten, so der polnische Priester Rafal Jarosiewicz. Er hatte die heftig kritisierte Aktion mit organisiert.
Bücherverbrennungen in Polen
Foto: IN | Die von Pfarrer Rafal Jarosiewicz geleitete Stiftung „SMS vom Himmel“ hatte zu der Aktion aufgerufen und Bilder der brennenden Objekte in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht.

In Polen sorgte jüngst die von Geistlichen initiierte Verbrennung von Büchern und anderen Gegenständen, die sie mit „Okkultismus“ assoziierten, für heftige Kritik. Nun hat sich einer der Priester, der die Aktion in Danzig mitinitiierte, öffentlich entschuldigt. Die Verbrennung sei „unglücklich“ gewesen, schreib Rafal Jarosiewicz auf der Facebook-Seite seiner Stiftung „SMS vom Himmel“.

Nicht klug, Fotos von der Aktion in Sozialen Netzen zu verbreiten

Weiter erklärte Jarosiewicz, dass die Aktion nicht dazu gedacht gewesen sei, bestimmte Autoren, Religionen oder soziale Gruppen zu verurteilen, sondern vielmehr die Kultur an sich. „Wenn jemand mein Handeln so interpretiert hat, würde ich mich an dieser Stelle gerne aufrichtig bei ihm entschuldigen“, schrieb der Geistliche. Auch räumte er ein, dass es nicht klug gewesen sei, Fotos von der Aktion in Sozialen Netzen zu verbreiten. Diese wolle er nun entfernen.

Katholische Priester hatten nach einer Messe in Danzig Bücher und andere Gegenstände verbrannt, die sie mit „Okkultismus“ assoziierten. Die von Pfarrer Rafal Jarosiewicz geleitete Stiftung „SMS vom Himmel“ hatte zu der Aktion aufgerufen und Bilder der brennenden Objekte in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht.

Aktion sorgte auch von kirchlicher Seite für Kritik

Dies sorgte auch für Kritik von kirchlicher Seite. Polnische Medien zogen Parallelen zu Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten in Deutschland. „Die Zeit der Bücherverbrennungen ist lange vorbei“, sagte Ireneusz Bradtke dem Sender Radio Gdansk. „Die Sache ist sehr umstritten“, so der Geistliche. Auch die Diözese Koszalin-Kolobrzeg missbilligte die Verbrennung. „Ich denke, diese Form ist unpassend“, sagte Diözesansprecher Wojciech Parfianowicz der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI. Gleichzeitig betonte er jedoch: „Die Kirche wird Bedrohungen des Geistes immer ihre Aufmerksamkeit schenken, weil das ihre Mission ist.“ Er gehe davon aus, dass dies auch die Zielsetzung der Aktion gewesen sei.

Auf den Bildern der Stiftung sind unter anderem brennende Harry-Potter- und „Twilight“-Bücher zu sehen, ringsum stehen Geistliche und Ministranten. Die Gegenstände hätten Gläubige zur Sonntagsmesse mitgebracht, hieß es.

DT/mlu

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Maximilian Lutz Pfarrer und Pastoren

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