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Bischof Barron über Deutschland: „So viel Schwachsinn“

Tadel für deutsche Theologen: Den Eklat um die Pieper-Preisverleihung an den US-Bischof Robert Barron kommentiert dieser, zurück in Amerika, noch einmal auf seine Weise.
Nationaler Gebetstag mit Bischof Robert Barron und US-Präsident Trump
Foto: IMAGO/CNP/AdMedia (www.imago-images.de) | Man kann nicht behaupten, dass Barron auf großen Abstand zu Trump bedacht wäre - genau das aber wäre nach Ansicht deutscher Theologieprofessoren offenbar aus christlicher Sicht strengstens gefordert.

 US-Bischof Robert Barron hat sich erneut zum Ablauf der Verleihung des Pieper-Preises an ihn Ende Juli in Münster geäußert. In einem Blogbeitrag auf der Website seiner Initiative „Word on Fire“, in dem er auf seine Europareise zurückschaut, berichtet Barron über seine Wahrnehmung der Proteste gegen die Preisverleihung. „So viel Schwachsinn“, so das Fazit Barrons über die Demonstrationen gegen seine Person, angesichts dessen, dass der Hauptvorwurf seine Teilnahme an einer Kommission zur Religionsfreiheit auf Einladung von US-Präsident Trump gewesen sei – „weil ich eine katholische Perspektive in dieser Runde, in der ein sehr wichtiges Thema diskutiert wird, repräsentiere, wurde ich beschuldigt, amerikanischen Imperialismus anzufachen und die Menschenrechte von Immigranten zu missachten!“.

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Das intellektuelle Niveau des Protests, so Barron weiter, habe sich in den Graffiti widergespiegelt. An der Fassade der Überwasserkirche war etwa „Fuck Trump“ gesprayt worden. Die Demonstranten, die die Preisverleihung mit einer Mahnwache begleitet hatten – unter ihnen war auch der Münsteraner Stadtdechant Ulrich Messing gewesen –, distanzierten sich allerdings von dem Vandalismus. Kritische Worte findet Barron in seinem Beitrag auch über die Professoren der theologischen Fakultät der Universität Münster. Der Dekan der Fakultät hatte ebenso wie viele seiner Kollegen Protest-Statements auf der Uni-Website veröffentlicht, in denen Barron unter anderem Ausgrenzung von Menschen, „die nicht ins Bild passen, z. B. queere Menschen und Migrant:innen“, Kooperation mit autokratischen Kräften und ideologische Spaltung vorgeworfen wurde.

Die Vorwürfe der Fakultätsmitglieder, so Barron, seien „wenig besser“ als die der Demonstranten, denn die Briefe hätten keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung mit seiner Arbeit gezeigt. Seine Schlussfolgerung: „Als ich ein junger Mann war, suchten amerikanische Theologiestudenten bei deutschen Akademikern nach Inspiration. Wenn diese Professoren in Münster irgendeinen Rückschluss auf den Zustand der deutschen Wissenschaft zulassen, würde ich amerikanischen Studenten raten, anderswo zu suchen“. Insgesamt gewinnt Barron dennoch ein positives Resümee seiner Europareise: „Hochaufragende gotische Kathedralen“ (in Frankreich), „faszinierender intellektueller Dialog über den Glauben“ (in Deutschland) und „eine Armee junger Soldaten Christi“ (in Rom) seien jeweils Zeichen dafür, dass „der gekreuzigte und auferstandene Jesus immer noch auf wunderbare Weise unsere Kultur heimsucht“. (DT/jra)

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