Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

Bischof Ackermann: Nicht an nukleare Abschreckung gewöhnen

Es sei höchste Zeit, dass die von den Atommächten gegebenen Versprechen zur nuklearen Abrüstung endlich erfüllt werden, meint der Vorsitzende der Kommission Justitia et Pax.
Friedensaktion am Fliegerhorst Büchel
Foto: Thomas Frey (dpa) | ARCHIV - 26.03.2018, Rheinland-Pfalz, Büchel: Zum Auftakt der 20-wöchigen Aktionspräsenz zum Protest gegen die mutmaßlich letzten Atomwaffen in Deutschland halten Demonstranten vor dem Haupttor des ...

Der Trierer katholische Bischof Stephan Ackermann hat davor gewarnt, sich an die nukleare Abschreckung zu gewöhnen. „Es ist höchste Zeit, dass die von den Atommächten gegebenen Versprechen zur nuklearen Abrüstung endlich erfüllt werden“, betonte der Vorsitzender der Kommission Justitia et Pax laut einer Mitteilung der evangelischen Friedensarbeit am Mittwoch in Bonn. Die aktuellen Tendenzen zur Modernisierung der Atomwaffen würden die Unsicherheit erhöhen und seien „ausgesprochen bedrohlich“, so Ackermann im Vorfeld des kirchlichen Aktionstages am 7. Juli am Bundeswehr-Fliegerhorst in Büchel.

Der Bischof verwies auf die Appelle der Kommission Justitia et Pax an die Bundesregierung, wonach diese sich zukünftig stärker für die nukleare Abrüstung einsetzen solle. „Die Haltung der Bundesregierung in dieser Frage, zum Beispiel sich nicht an den Verhandlungen zum Atomwaffenverbotsabkommen zu beteiligen, war sehr unbefriedigend und ist ein falsches Signal“, sagte der Oberhirte.

Am 7. Juli wollen mehrere Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Friedensorganisation Pax Christi gegen die US-amerikanischen Atombomben demonstrieren, die am deutschen Fliegerhorst Büchel in der Eifel gelagert sind. Neben einem Gottesdienst mit dem Friedensbeauftragten des EKD-Rates, Renke Brahms, ist auch ein Kulturprogramm geplant. Bischof Ackermann wird demnach nicht am Aktionstag teilnehmen können.

Am 7. Juli 2017 hatten insgesamt 122 Staaten für den Verbotsvertrag aller Atomwaffen gestimmt. Die Internationalen Kampagne für ein Verbot von Atomwaffen (ICAN), die sich dafür jahrelang eingesetzt hatte, wurde mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Auch Papst Franziskus und weitere Vertreter der beiden großen Kirchen sprechen sich immer wieder für eine weltweite Ächtung von Atomwaffen aus.

DT/KNA

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
EKD-Rat Evangelische Kirche Johannes Brahms Papst Franziskus Stephan Ackermann pax christi Deutsche Sektion

Weitere Artikel

Seit 80 Jahren lebt die Welt mit dem Schrecken einer Massenvernichtungswaffe. Heute ist aus dem „Gleichgewicht des Schreckens“ ein Schrecken ohne jedes Gleichgewicht geworden.
06.08.2025, 11 Uhr
Stephan Baier
Die Hardliner in Teheran sehen sich als Sieger im Krieg gegen Israel und die USA – mit starken Argumenten.
18.06.2026, 11 Uhr
Stephan Baier
Bringt der Konzertsaal den Glauben zurück zu den Menschen? „Das Buch mit sieben Siegeln“ eröffnet das Internationale Musikfest Hamburg in der Elbphilharmonie.
04.05.2026, 11 Uhr
Henry C. Brinker

Kirche

Was zeichnet den neuen Pontifex aus? Welche Akzente setzten Leos Vorgänger mit ihren jeweils ersten Lehrschreiben? Es zeigt sich die Kontinuität.
28.06.2026, 11 Uhr
Christoph Münch
In würdigem Rahmen und bei magerer Kost ein letztes Gespräch, bevor sich die Wege trennen.
28.06.2026, 05 Uhr
Mario Monte
Intrigen, Verleumdungen und Grabenkämpfe begleiteten das Panorthodoxe Konzil, das vor zehn Jahren auf Kreta stattfand.
27.06.2026, 11 Uhr
Stephan Baier