Vatikanstadt

Franziskus führt den Dienst des Katecheten ein

Ein Auftrag, der ausschließlich Laien vorbehalten ist: Schon das Neue Testament kennt dieses Charisma, aber jetzt sollen die Bischofskonferenzen dieses Amt offiziell einführen.
Papst Franziskus führt neues Amt für Laien ein
Foto: Evandro Inetti (ZUMA Wire) | Mit einer geregelten Vorbereitung auf den vom Papst errichteten laikalen Dienst der Katecheten betritt die Kirche zwar Neuland, aber die Figur dieses „lehrenden Laien“ ist so alt wie das Evangelium.

Mit dem als Motu proprio am Dienstag veröffentlichten Apostolischen Schreiben „Antiquum ministerium“ hat Papst Franziskus ein neues kirchliches Amt für Laien eingeführt: Mit der „Einführung des Dienstes des Katecheten“ vertraut er den nationalen Bischofskonferenzen die Aufgabe an, „den Dienst des Katecheten in die Praxis umzusetzen, indem sie den notwendigen Ausbildungsweg sowie Normen und Kriterien für den Zugang zu diesem Dienst festlegen.“ 

Die Kirche betritt Neuland

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Mit einer geregelten Vorbereitung auf den vom Papst errichteten laikalen Dienst der Katecheten, der wie das Amt des Akolythen und des Lektors den Nicht-Klerikern vorbehalten ist, betritt die Kirche zwar Neuland, aber die Figur dieses „lehrenden Laien“ ist so alt wie das Evangelium. Dementsprechend heißt es in den ersten beiden Sätzen des Motu proprio vom Dienstag: „Der Dienst des Katecheten in der Kirche ist sehr alt. Es herrscht unter den Theologen Einvernehmen darüber, dass die ersten Beispiele bereits in den Schriften des Neuen Testaments zu finden sind.“ Schon der Evangelist Lukas, so heißt es zu Beginn des Schreibens, der kein Apostel und Presbyter war, habe sich zu Beginn seines Evangelienberichts dem Theophilus als Lehrender vorgestellt, als jemand, der die Zuverlässigkeit der Lehre bezeugen könne. Die Kirche habe diese Aufgabe immer als Charisma anerkannt. 

Erzbischof Rino Fisichella, der Präsident des Päpstlichen Rats für Neuevangelisierung, und der deutsche Kurienbischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, Delegat für Katechese am gleichen Rat, stellten das neue Dokument am Dienstag vor Journalisten vor. Beide legten Wert darauf, dass mit dem neu errichteten Dienst in der Kirche einer Klerikalisierung der Laien vorgebeugt werden solle. Der Dienst des Katecheten, sagte Fisichella, müsse in einer „säkularen“ Weise gesehen werden, „ohne Formen des Klerikalismus anzunehmen, die die wahre Identität dieses Dienstes trüben würden, der auch nicht in einem liturgischen Zusammenhang stehen muss“. Ganz im Gegenteil, so fügte Tebartz-zu Eltz an, widersetze sich der Dienst des Katechisten einer Klerikalisierung der Laien wie auch einer Laikalisierung des Klerus. 

Kein zeitlich begrenzter Dienst, sondern Lebensaufgabe

Dass Franziskus dieses Dienstamt nun errichtet habe, werde einigen Konsequenzen haben, wie Erzbischof Fisichella ankündigte. Nicht jeder, der heute schon als Katechet oder Katechetin in der Kirche wirke, könne auch mit dem neu geschaffenen Dienstamt beauftragt werden. Im Einzelfall sei vor allem festzustellen, ob der Betreffende wirklich eine Berufung habe, in der Kirche dort zu wirken, wo ihn der Bischof am wirksamsten sieht. So sei es dann auch kein zeitlich begrenzter Dienst, sondern eine Lebensaufgabe. Das Amt des Katecheten sei keine persönliche Auszeichnung, sondern ein Dienst an der Ortskirche an der Stelle, an der der Bischof einen Katecheten für notwendig hält. 

Wie Fisichella weiter sagte, liege es jetzt bei den nationalen Bischofskonferenzen, entsprechend den örtlichen Traditionen und Gegebenheiten die Voraussetzungen für Dienst festzulegen wie etwas das Alter der Kandidaten oder die entsprechende Ausbildung. Die Kongregation für die Gottesdienste sei schon beauftragt, in kurzer Zeit einen liturgischen Ritus für die Beauftragung zum Katechetendienst durch den Bischof vorzulegen. Sein eigener Rat für die Neuevanglisierung werde jede Unterstützung leisten, damit sich dieser neue Dienst in der Kirche ausbreiten kann, und auch Formen finden, um die Ausbildung der Katecheten zu fördern.  DT/gho

Lesen Sie weitere Hintergründe in der kommenden Ausgabe der Tagespost.

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