Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Regensburg

Voderholzer: Stehe an der Seite der Opfer

Nachdem Äußerungen des Regensburger Bischofs missverstanden worden waren, betont er, sexuellen Missbrauchs „klar zu benennen“ und „effektiv zu bekämpfen“.
Voderholzer bei dritter Synodalversammlung
Foto: Maximilian von Lachner/Synodaler Weg | Der Regensburger Bischof war am Donnerstag während der dritten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt in die Kritik geraten, da von ihm getätigte Aussagen zur strafrechtlichen Einordnung von Kindesmissbrauch ...

Der Regensburger Bischöfe Rudolf Voderholzer hat seine Unterstützung für Opfer sexuellen Missbrauchs bekräftigt. In einer Stellungahme, die das Bistum am Freitag auf seiner Website veröffentlichte, wendet sich Voderholzer direkt an die Betroffenen: „Sie wissen, dass ich an Ihrer Seite stehe und mich nach Kräften dafür einsetze, dass Ihnen größtmögliche Gerechtigkeit wiederfährt.“ Die Verharmlosung von Pädophilie und Päderastie sowie die Verharmlosung von Sex mit Kindern, „den wir heute zum Glück alle als fundamentales Verbrechen einstufen“, sei „ein Skandal der 1970er Jahre“ gewesen.

Voderholzer: Stets bemüht um Aufarbeitung, Aufklärung und Prävention

Der Regensburger Bischöfe war am Donnerstag während der dritten Vollversammlung des Synodalen Wegs in Frankfurt in die Kritik geraten, da von ihm getätigte Aussagen zur strafrechtlichen Einordnung von Kindesmissbrauch in den 1970er Jahren missverstanden worden waren. Hierzu erklärt Voderholzer nun: „Menschen, vor allem Missbrauchsopfer fühlen sich von mir vor den Kopf gestoßen, verletzt, sind empört. Das macht mich traurig und lässt mich beinahe verzweifeln. Ich bitte um Verzeihung.“ Ausdrücklich betont der Bischöfe, sein Anliegen sei „echter Einsatz für die Opfer, unmissverständlicher Kampf gegen die Täter und stetes Bemühen um Aufarbeitung, Aufklärung und vor allem Prävention“.

Lesen Sie auch:

Voderholzer hatte am Donnerstag in seiner Wortmeldung bei der Synodalversammlung auch Kritik am Münchner Missbrauchsgutachten geübt, da die Gutachter seiner Ansicht nach einen Sachverhalt „nicht in seiner historisch greifbaren richtigen Form darstellen“. Diesbezüglich räumt der Bischöfe nun ein: „Meine Kritik hätte ich nicht in dieser kurzen Form in der Synodalversammlung äußern dürfen, sondern hätte sie in Form eines wissenschaftlichen Aufsatzes o.ä. darlegen müssen“.

Sein Gedankengang, so Voderholzer, habe sich nicht in wenigen Zeilen oder drei Minuten erklären lassen. „Das tut mir außerordentlich leid, vor allem wegen der Opfer, die sich nun in den Bauch getreten fühlen.“ Er trete weiter dafür ein, das Übel des sexuellen Missbrauchs „klar zu benennen und alles Menschenmögliche dafür zu tun, dass es effektiv bekämpft wird“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Kindesmissbrauch Missbrauchsopfer Rudolf Voderholzer

Weitere Artikel

Vor 50 Jahren endete „Der Kommissar“. Noch heute erzielt er im Netz sechsstellige Klickzahlen, auch wegen der besonderen Perspektive auf die Bundesrepublik.
09.02.2026, 15 Uhr
Sebastian Zellner
Erste qualitative Studie zu sexualisierter Gewalt an öffentlichen Schulen beleuchtet Täterstrategien und häufiges Wegsehen von Seiten der Verantwortlichen.
08.01.2026, 19 Uhr
Markus Hoffmann
Social Media erst ab 16? Die umstrittene verpflichtende Chatkontrolle kommt jedenfalls vorerst nicht. So positioniert sich die EU zwischen Kinder- und Datenschutz.
27.11.2025, 13 Uhr
Meldung

Kirche

Beten und Meditieren mit Samuel Koch, Tobias Haberl und den Brüdern Karamasow: Die Gebets-App „Hallow“ bietet in diesem Jahr die Fasteninitiative „Die Umkehr“ an.
16.02.2026, 14 Uhr
Meldung
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst