Kardinal Müller lobt Humanae vitae

Der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation betont in einem Vortrag an der römischen Lateranuniversität, dass die Enzyklika von Papst Paul VI. von zwei Heiligen gestützt werde.

Gerhard Ludwig Müller
Kardinal Gerhard Ludwig Müller auf dem Petersplatz im Vatikan. Foto: Paul Haring (KNA)

Bei einem Vortrag an der römischen Lateranuniversität hat der frühere Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, die vor 50 Jahren veröffentlichte Enzyklika "Humanae vitae" von Papst Paul VI. gewürdigt. Gleich zwei Päpste, die Heilige seien beziehungsweise in Kürze würden, verkörperten die Theologie in dieser Enzyklika, sagte der deutsche Purpurträger. Darüber berichtete das Portal "Vatican News" am Wochenende. "Humanae vitae" bildete die Begründung für das kirchliche Verbot der künstlichen Empfängnisverhütung. Paul VI. und Johannes Paul II. seien die beiden Stützen von "Humanae vitae", so Kardinal Müller. Es gehe darum, das "Heil der Menschen" in den Mittelpunkt zu setzen und nicht einen Streit unter Gläubigen hervorzurufen. Die Kirche sei nämlich keine politische Partei oder eine "sonstige menschliche Organisation". Deshalb sei das kirchliche Lehramt so wichtig, fügte Müller hinzu.

Der Papst als Verteidiger des Lehramtes trage deshalb eine große Verantwortung. Als Nachfolger Petri müsse er "die Einheit im Glauben" nicht nur verkörpern, sondern sie auch stärken. "Wer 'Humanae vitae' in seiner Tiefe studiert sowie die nachfolgenden Dokumente des Lehramtes, die sich darauf stützen, der wird feststellen, wie menschenliebend diese Enzyklika ist. Wir sehen auf der anderen Seite, welche negativen Entwicklungen es geben kann, wenn Regierungen stattdessen das Eheverständnis umkehren. Damit zerstören sie sich selbst", sagte Müller.

Der emeritierte deutsche Kurienkardinal warf jenen Parteien und Regierungen, die in der Reproduktionsethik eine "antikatholische Haltung" einnähmen, vor, sich als "Herren über den Körper des Menschen" aufzuspielen. Die Kirche lehre hingegen, dass nur Gott der Herr über die Menschen sei, weil er der Schöpfer des Lebens sei. Der Mensch sei ein "Verantwortungsträger", der das Leben als Geschenk erhalten habe.