Beit El

Brand von Notre-Dame: Rabbiner spricht von „Strafe Gottes“

Das Feuer könnte womöglich eine „Strafe Gottes“ für Talmud-Verbrennungen sein, so der in Frankreich geborene Rabbi Shlomo Aviner, und sorgt mit einer weiteren Aussage für Empörung.

Nach dem verheerenden Brand der Kathedrale Notre-Dame
Die Zerstörung Notre-Dames sieht der Rabbiner Shlomo Aviner nicht als Anlass zur Trauer. Foto: Gigarama.Ru (Gigarama.ru)

Eine schockierende Aussage zum Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist von einem militanten Siedlerrabbiner gefallen: Das Feuer könnte womöglich eine „Strafe Gottes“ sein, so der in Frankreich geborene Shlomo Aviner, Rabbi in der Westbank-Siedlung Beit El. Der Rabbiner äußerte sich in einem Interview mit der nationalreligiösen Nachrichtenseite „Srugim“, über das die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtet.

Rabbi: Religiöse Pflicht für Juden, Kirchen in Israel anzuzünden

Aviner bezeichnete es zudem als „mitzvah“, und somit als religiöse Pflicht für Juden, Kirchen in Israel in Brand zu setzen. Dieser Pflicht solle man jedoch nicht nachkommen, da die Kirchen dann wieder aufgebaut werden müssten. Die Zerstörung Notre-Dames sieht der Rabbiner nicht als Anlass zur Trauer. Darüber hinaus erklärte Aviner, dass es keinen Aufruf gebe, christliche Kirchen außerhalb der Grenzen Israels niederzubrennen.

Als Grund, warum er den Brand von Notre-Dame als mögliche Strafe Gottes betrachte, nannte Aviner „die erste große Talmud-Verbrennung“ auf dem Platz vor der Pariser Kathedrale. Dazu sei es aufgrund eines Streites zwischen jüdischen und christlichen Gelehrten gekommen. Laut Aviner sollen 1 200 Talmud-Bücher verbrannt worden sein.

Heftige Kritik an Bemerkungen des militanten Rabbiners

Für seine Äußerungen erntete Rabbi Aviner von verschiedenen Seiten heftige Kritik. Ein Mitglied der Nichtregierungsorganisation „Tag Meir“, die sich mit der Beobachtung von Hassverbrechen in Israel und der Westbank befasst, nannte die Bemerkungen „traurig, erzürnend und schockierend“. Das „American Jewish Committee“ sprach in einem Tweet von „abstoßenden und un-jüdischen“ Worten.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.