Die Ankunft der heiligen Bernadette Soubirous

Im Schein der Heiligen: Nevers feiert die Ankunft der heiligen Bernadette Soubirous vor 150 Jahren. Von Alexander Brüggemann
Bernadette Soubirous
Foto: KNA | Bernadette Soubirous.

Nevers (DT/KNA) Die heilige Bernadette, „Seherin von Lourdes“, gehört zu den Ikonen der katholischen Kirche. In Nevers im Westen von Burgund kümmern sich einige wenige verbliebene Ordensschwestern um die Kapelle mit den sterblichen Überresten der Heiligen in ihrem Glassarg. Sie feiern in diesem Jahr ein Jubiläum, gemeinsam mit der Diözese Nevers: den 150. Jahrestag der Ankunft der heiligen Bernadette im Kloster Saint-Gildard am 7. Juli 1866.

Die Lebensgeschichte von Bernadette Soubirous

Ihre Lebensgeschichte ist kurz: Das Mädchen aus bettelarmem Elternhaus, Jahrgang 1844, kränklich, erfährt mit 14 Jahren das Schlüsselerlebnis: Zwischen dem 11. Februar und dem 16. Juli 1858 erscheint ihr in einer Grotte bei Lourdes 18 Mal eine schöne Dame, die sich als die „Unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gibt. Die Gottesmutter selbst habe sie beauftragt, eine Kapelle zu errichten und Wallfahrten abhalten zu lassen, berichtet Bernadette.

Nirgends zählt ein Prophet so wenig wie in seiner Vaterstadt – das Bibelwort gilt zunächst auch in dem verschlafenen Ort am Fuß der Pyrenäen. Pilgerströme und Journalisten fallen ein in das Provinzidyll; erste Berichte über unerklärliche Heilungen. Doch zu Hause wird Bernadette von ihrer Mutter der Lüge bezichtigt. Der Ortspfarrer und der Bischof unterziehen sie strengen Verhören.

Der „Fall Soubirous“ verselbstständigt sich: 1862 werden die Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. kirchlich anerkannt. 1925 wird Bernadette selig-, 1933 heiliggesprochen. Ihr irdisches Leben endet unspektakulär: Die einstige Hilfsschülerin, selbst immer wieder schwer krank, tritt 1866 in den Krankenpflegeorden der „Dames de Nevers“ ein. Dort stirbt sie 1879 mit nur 35 Jahren. Bei der Exhumierung aus Anlass der Seligsprechung Bernadettes 1925 wurden ihre Reliquien intakt aufgefunden. Der Glasschrein zieht bis heute viele Pilger und Touristen an. Der Orden könne sein großes Klosterareal nur noch aufgrund der Reliquien aufrechterhalten, heißt es.

Ein unschönes Zerren um ihre sterblichen Überreste

Im vergangenen Jahr gab es ein unschönes Zerren um ihre sterblichen Überreste. Eine Vereinigung „Zur Rückkehr von Bernadette Soubirous nach Lourdes“ will die größte Tochter der Stadt aus ihrem Sterbeort Nevers zurück ans Ufer der Gave holen. Sie stützt sich auf die Nachkommen der Familien; ein kommerzielles Interesse weist sie zurück. Bernadettes Orden dagegen verweist auf ihren Letzten Willen, an ihrem Sterbeort und bei ihrem Orden beigesetzt zu werden – ein Wunsch, der allerdings nicht schriftlich hinterlegt ist.

Einer der wichtigsten Termine im Gedenkjahr von Nevers ist der Festtag Unserer Lieben Frau von Lourdes, der Jahrestag der ersten Erscheinung am 11. Februar. Eine Woche später, am 18., folgt der Tag, an dem Maria das erste Mal zu dem Hirtenmädchen sprach. Die eigentliche Ankunft in Nevers wird dann am 7. Juli begangen, mit einer Messe unter der Leitung des päpstlichen Nuntius in Frankreich, Erzbischof Luigi Ventura, einer siebentägigen Wanderung auf dem „Weg der Bernadette“, einem großen Festprogramm und einem abendlichen Feuerwerk.

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