Kommentar um „5 vor 12“

Nun bleibt München im Nebel

Gutachten verzögert sich weiter. Das Gutachten, das die Kanzlei Westphal Spilker Wastl für das Erzbistum München und Freising zum sexuellen Missbrauch erstellt hat, wird vorerst nicht veröffentlicht.
Kardinal Reinhard Marx
Foto: Imago Images | In München verzögert sich die Veröffentlichung des Gutachtes voraussichtlich bis ins kommende Jahr.

Manchmal möchte man eine Kirchenmaus sein. Vielleicht nicht so arm, aber so nah dran und so klein, dass man im Verborgenen Dinge erfahren könnte, die sonst im Nebel bleiben. Vielleicht wüsste man dann Genaues über das Gutachten, das die Kanzlei Westphal Spilker Wastl für das Erzbistum München und Freising zum sexuellen Missbrauch erstellt hat. Das sind die Anwälte, die bereits das Gutachten für das Kölner Erzbistum erstellt hatten, um das es den Streit wegen der aus äußerungsrechtlichen Gründen nicht erfolgten Veröffentlichung gab. 

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Neue Erkenntnisse

Irgendwie scheint es auch in der bayerischen Metropole mit der Publizierung des Gutachtens zu haken. Nachdem es für das Frühjahr 2021 erwartet war, kündigte Kardinal Marx das Erscheinen für den Sommer 2021 an. Später hieß es „im Laufe des Jahres 2021“. Nachdem es nun Gerüchte über eine neuerliche Verzögerung der Veröffentlichung gab und Spekulationen angestellt wurden, es gebe auch in München vielleicht äußerungsrechtliche Probleme, reagierte die Kanzlei mit einer Pressemeldung: „Die geringfügige Verzögerung gegenüber der ursprünglich geplanten Veröffentlichung des Gutachtens beruht auf in der jüngsten Vergangenheit gewonnenen neuen Erkenntnissen sowie deren intensiver Überprüfung.“

Diese kryptische Formulierung trägt sicherlich nicht dazu bei, die Transparenz zu erhöhen, sondern schafft weitere Fragezeichen. Jetzt soll die Veröffentlichung in der dritten Kalenderwoche 2022 erfolgen. Es bleibt zu hoffen, dass sich der Nebel über München dann lichten wird.  

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