Regensburg

Bischofsbeauftragter weist Vorwürfe gegen alternatives Synodalpapier zurück

Der Regensburger bischöfliche Beauftragte für den Synodalen Weg, Josef Kreiml, weist Kritik am Alternativpapieren zum Synodalen Weg zurück und äußert Bedenken, dass der Synodale Weg zu einem Machtkampf werde.
Der Dogmatiker Josef Kreiml
Foto: privat | „Manche kritischen Äußerungen bestimmter Personen gegenüber den neuen ,Synodalen Beiträgen‘ sind Ausdruck ihrer Nervosität“, meint Kreiml.

Der bischöfliche Beauftragte von Regensburg für den Synodalen Weg, Josef Kreiml, hat auf die Vorwürfe gegen das alternative Synodalpapier des Bistums Regensburg reagiert. Kreiml kritisiert gegenüber dieser Zeitung, dass theologische Einwände in der Debatte rund um den Synodalen Weg verunglimpft würden und mit Hilfe publizistischer Unterstützung eine liberale Agenda durchgeboxt werden solle. Der Synodale Weg habe streckenweise bereits die Dimension eines Machtkampfes angenommen. 

Kreiml: Grundlagen der Kirche nicht verändern

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„Manche kritischen Äußerungen bestimmter Personen gegenüber den neuen ,Synodalen Beiträgen‘ sind Ausdruck ihrer Nervosität“, meint Kreiml. Es wäre seiner Ansicht nach jedoch fatal, „wenn jene Mitglieder der Synodalversammlung, die von liberalen Kräften überstimmt werden, den Kopf in den Sand stecken und nur abwarten würden, wie das synodale Geschehen in Deutschland weiterläuft.“ Am Ende würden Mehrheitsbeschlüsse des Synodalen Wegs von Rom gestoppt werden, wodurch die Frustration noch größer werden würde. 

Ziel des Synodalen Weges dürfe nicht sein, so Kreiml, die elementaren Grundlagen der katholischen Kirche, beispielsweise die Stellung des Bischofsamtes, zu verändern, sondern mutig und überlegt neue Wege in der Glaubensverkündigung zu gehen. „Wer meint, Kirche könnte wie eine moderne Demokratie aufgebaut sein, hat nicht viel von Kirche begriffen“, urteilt der Ansprechpartner für den Synodalen Weg im Bistum Regensburg. 

Mit Blick auf die angestrebte Legitimation bestimmter Positionen meint Kreiml, dass es mehr als Schönfärberei sei, wenn bekannte Akteure des Synodales Weges behaupteten, sie könnten sich mit ihren Zielen auf den Papst berufen. Den Beiträgen auf der Webseite synodale-beitraege.de hingegen könne bescheinigt werden, dass sie im Einklang mit dem Lehramt des Papstes und der Bischöfe stünden. Die Beiträge, ist Kreiml überzeugt, könnten den Mitgliedern der Synodalversammlung die Fundamente der Kirche bewusst machen. „Noch wäre die Zeit, dass alle vernünftigen Akteure des Synodalen Weges zu einer wahrhaft katholischen Sichtweise finden. Leider muss ich jedoch feststellen, dass der Synodale Weg streckenweise schon die Dimensionen eines Machtkampfes angenommen hat.“

Alternativtexte provozieren schnell Widerspruch

Die Veröffentlichung des Gegenpapiers zum Synodalforum I „Macht und Gewaltenteilung“ hatte schnell zu Widerspruch geführt. So forderte der Theologe Matthias Sellmann, dass die Kritik an der Debattenkultur des Synodalforums zurückgenommen werden solle. Zugleich warf er vielen der Autoren der Gegenpapiere vor, sich nicht aktiv an der Debatte beteiligt zu haben.

Der Bochumer Theologe Thomas Söding und Johannes Norpoth, der als Betroffener sexualisierter Gewalt und Mitglied im Betroffenenbeirat bei der Bischofskonferenz Gast im Synodalforum I ist, brachten auch inhaltliche Bedenken vor. Der Alternativtext rede die Aufgaben klein, an deren Lösung die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland hänge. Die notwendige Beachtung der Geschlechtergerechtigkeit, der stärkeren Mitverantwortung von Laien und einer „tiefgreifenden Umgestaltung der kirchlichen Sexualmoral“ werde in dem Text nicht ausreichend thematisiert oder sogar verleugnet. 

Das Bistum Regensburg hatte am Freitag einen Alternativtext zum Thema „Macht und Gewaltenteilung“ auf der neuen Webseite synodale-beitraege veröffentlicht. In einem Begleitbrief auf dem Portal äußert der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer Bedenken über die Debattenkultur im Synodalforum: „So gut es ging, wurden die hier vorgelegten Argumente in den Prozess des Synodalen Weges eingebracht. Aufgrund der dort herrschenden Mehrheitsverhältnisse wurden und werden sie aber bislang nicht berücksichtigt.“ Ziel der Webseite sei es daher, der Wahrheit näher zu kommen: „Wir setzen auf Argumente und auf die ‚gesunde Lehre‘.“  DT/vwe

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