USA: Bischöfe verurteilen Eltern-Kind-Trennung

Die Regierung müsse die Trennung von Familien, die illegal ins Land kommen, unverzüglich beenden, fordern die US-Bischöfe. Die "Null-Toleranz-Politik" von Justizminister Sessions bezeichneten sie als "schwere Sünde".

Demonstration gegen Trumps Ausländerpolitik
18.06.2018, USA, Florida, Clearwater: Grace Dacke (l) und Jocelyn Woman nehmen an einem Protest gegen die Trump-Regierung teil. US-Präsident Trump steht derzeit wegen seiner Null-Toleranz-Politik gegen Migranten unter Druck, die über die Südgrenze aus Mexiko in die USA einreisen.... Foto: Douglas R. Clifford (Tampa Bay Times via ZUMA Wire)

Die katholischen Bischöfe der USA haben die Regierung aufgefordert, die Trennung von Familien, die illegal ins Land kommen, unverzüglich zu beenden. In einer Erklärung verurteilten sie am Montag (Ortszeit) die „Null-Toleranz-Politik“ der Heimatschutzbehörde an der Südgrenze der USA als „schwere Sünde“. Insbesondere die Bischöfe, die Diözesen unmittelbar an der mexikanischen Grenze führen, prangern die Trennung der Kinder von ihren Eltern an. Kinder ihren Eltern „wegzunehmen“, sei „unmoralisch und böse“, twitterte San Antonios Erzbischof, Gustavo Garcia-Siller. Dies sei eine „grausame und verwerfliche Politik“, verbreitete der Bischof von Brownsville, Texas, Daniel Flores, über den Kurznachrichtendienst.

Justizminister Jeff Sessions hatte bei Bekanntgabe der neuen Vorgehensweise an der Grenze gesagt, die Migranten seien selber Schuld an ihrem Schicksal. „Wenn Menschen nicht von ihren Kindern getrennt werden wollen, sollten sie sie nicht mitnehmen“, so Sessions. Bereits als der Minister vergangenen Donnerstag die neue Praxis gegenüber Migranten mit einem Bibelzitat rechtfertigen wollte, schlugen die Emotionen bei den Kritikern hoch. Gesetze der Regierung seien zu befolgen, so Sessions, unter Verweis auf Römer 13, „weil Gott sie zum Zweck der Ordnung dazu ermächtigt hat“.

Für Mittwoch hat Bischof Mark Seitz aus El Paso, Texas, eine Gebetsprozession für die auseinandergerissenen Familien angekündigt. Auch planen die Bischöfe, die Kinder in den Übergangslagern und bei Pflegefamilien aufzusuchen, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Allein in den vergangenen Wochen sind mehr als 2.000 Kinder laut Regierungsangaben von ihren Eltern getrennt und zum Teil tausende Kilometer weit entfernt untergebracht worden.

DT/KNA