Gefahr der Schwäche der liberalen Demokratie gegenüber der Islamisierung

Der Roman „Unterwerfung“ des französischen Schriftstellers Michel Houllebecq ist verfilmt worden. Mit der „Tagespost“ sprach der Regisseur Titus Selge über sein Werk und Islambild, das darin gezeichnet wird.

Unterwerfung
Verlockendes Angebot nach Mephisto-Art: Universitätspräsident Robert Rediger (Matthias Brandt, links) bietet dem Literaturdozenten François (Edgar Selge) an, seinen Lehrauftrag zu behalten. Dafür muss er zum Islam konvertieren. Foto: rbb

Den Roman „Unterwerfung“ des französischen Schriftstellers Michel Houllebecq gibt es bisher bereits als Theaterstück. Houellebecq beschreibt in seinem dystopischen, im Jahr 2022 angesiedelten Werk, die schleichende Islamisierung Frankreichs. Nun hat der Regisseur Titus Selge „Unterwerfung“ auch fürs Fernsehen adaptiert. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erklärt Selge, dass er den Roman nicht als islamkritisch sieht. „Im ganzen Buch gibt es keine einzige Kritik am Islam. Im Gegenteil.“ Wenn man selbst eine kritische Meinung zum Islam habe, dann empfinde man Houellebcqs Stil möglicherweise als ironisch, meint Selge.

Eine ähnliche Gefahr, wie sie der Roman beschreibt, sieht Regisseur Selge in der Realität allerdings nicht. „Wenn überhaupt eine Gefahr besteht, dann die Verweichlichung, die Schwäche der liberalen Demokratie gegenüber dem Islam.“ Jedoch zeige Houllebecq nicht mit dem Finger darauf. „Er erzählt eine Geschichte und regt zum Nachdenken an“, so Selge. Man müsse sich schon die Mühe machen, sich selbst zu befragen.

Rahmenhandlung des Films, der am Mittwoch, 06. Juni, in der ARD ausgestrahlt wird, ist die Theaterinszenierung von Karin Beier am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg als One-Man-Show mit Francois (Edgar Selge), der Hauptfigur des Romans. In die Rahmenhandlung werden Spielszenen eingestreut, dazu kommen noch Dokumentaraufnahmen von Krawallen in Hamburg.

Mehr zum Film lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 30. Mai.
DT